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Blecharbeiten Teil 4
Schweller restaurieren

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Einer der wichtigsten Arbeiten an einem Oldtimer, der in die Jahre gekommen ist, ist die Restauration der Schweller im Rahmen. Gerade bei Fahrzeugen mit selbst tragender Karosserie sind diese Arbeiten sehr verantwortungsvoll und sollten nur von Fachpersonal ausgeführt werden. Der TÜV fordert eine Reparatur des Rahmens im Falle von Beschädigungen, wie z.B. Knicken oder Beulen vom falschen aufbocken, Durchrostungen und aber auch Schäden durch Stöße oder Unfall. Solche Schäden können Sollbruchstellen im Falle eines Unfalles oder zu hoher Belastung sein.

Generell gilt, dass nur Originalrahmen zugelassen sind, keine Nachbauten oder Replikas.
Kleinere fachgerechte Reparaturen dürfen allerdings vorgenommen werden. Mehrfach übereinander geschweißte Bleche, so genannte "Patchwork" Arbeiten sind nicht zugelassen und werden vom Technischen Überwachungsdienst nicht abgenommen.

Der Rahmen sollte im Falle des Kaufes eines Oldtimers besonders geprüft werden, denn oft sind Teile des Rahmens sehr abenteuerlich notdürftig geflickt. Mit einem Lackprüfer findet man sehr schnell Stellen, die nur zugespachtelt sind. Solche Stellen halten die Belastung der Spannung auf dem Rahmen nicht aus und sind gefährlich, da sie die Fahrstabilität eines Fahrzeuges stark beeinflussen können.

Es gibt die verschiedensten Formen von Rahmen. Rahmen eines Cabriolets sind wesentlich komplexer und steifer aufgebaut, als der Rahmen eines geschlossenen Fahrzeuges. Ebenso besteht ein Unterschied, zwischen einem Karosserie- Aufbau auf einem getrennten Chassis Rahmen, oder dem Rahmen bei einem Fahrzeug mit einer selbst tragenden Karosserie. Beschäftigen Sie sich vor dem Beginn der Arbeit mit dem Aufbau des Rahmens.

Rahmen dürfen an den verschiedenen Stellen bei einer Reparatur nur nach bestimmten Vorgaben geschweißt werden.
Die Stoßkanten der Rahmenhälften dürfen mit Schutzgas nur Lochpunkt geschweißt werden oder aber auch mit einem Widerstandsschweißgerät.

Schweller
Vergaser
Schweissvorgaben am Schweller:
5 Verstärkungsblech an Stoßkante einsetzen
4 Schutzgas- bzw. Widerstandspunktschweissen von Verstärkungsblechen an den Stoßstellen mit:
a.) Lochpunkt

Hingegen werden Nähte an eingesetzten Ersatzblechen durchaus auch mit durchgehenden Schweißnähten versehen.
Zwischen den einzusetzenden Teil und dem zu ersetzenden Ersatzblech muss ein Verstärkungsblech eingesetzt werden. Dieses wird zuerst mit dem bestehenden Rahmen punktgeschweißt. Ebenso mit dem eingesetzten Ersatzblech. Anschließend wird die Naht geschweißt. Hier wird entweder eine Steppnaht oder durchgehende Schweißnaht verwendet.

Schweller
Vergaser
1 Schutzgas- bzw. Widerstandspunktschweissen von Verstärkungsblechen an den Stoßstellen
2 Schutzgas-Schweissen von Türschweller bzw. Türschweller Tellersatz mit entweder
a.) durchgehender Naht - oder
b.) Stumpfnaht - oder
c.) Schweißpunkt - oder
d.) Steppnaht - oder
e.) Lochpunkt
3 Schutzgas-Schweissen bzw. Widerstandpunktschweissen von Verstärkungsblechen an den Stoßstellen mit:
a.) Lochpunkt

Bevor Teile aus einem Rahmen ausgetrennt werden, müssen massive Streben zwischen den Säulen angeschweißt werden. Dies verhindert das Verziehen des Rahmens und hält die Säulen auf dem originalen Abstand.

In unserem Falle ist der Rahmen an der zu ersetzenden Stelle sehr kompliziert aufgebaut, unter anderem durch die gewundene Form des Rahmens. Zuerst wird die Form des zu ersetzenden Stückes mittels einer Karton- oder Papierschablone abgenommen.

Um die Arbeit zu erleichtern, wird der Wagen auf einer fahrbaren Hebebühne (erhältlich bei Welt der Werkzeuge) auf Arbeithöhe gebracht. Dies erleichtert die Arbeit und auch die Übersicht.

Bei komplexeren Formen muss man sich vorab Gedanken machen, wie man den Schweller nachkonstruiert und welche Einzelteile anzufertigen sind. In unserem Fall sind es 3 Teile, die zurechtgeformt werden müssen. Da die Teile in sich stabil sein müssen, muss eine durchgehende Verbindung hergestellt werden.

Schweller unterliegen einer genauen Vorschrift wie sie geschweißt werden müssen.
In jedem Falle müssen Schweller immer Widerstandspunkt- oder Schutzgasgeschweißt werden.

Zuerst wird ein Wandteil eingeschweißt, da die Teile gebogen sind und eine Kante umgefalzt werden muss, um das obere Teil zu verbinden. Dies geschieht durch stückweise umklopfen des Falzes. Einschnitte in den Falz erleichtern das Biegen in 2 Richtungen.

Das Teil wird angepasst und punktweise eingeschweißt. Zuletzt wird das obere Blechteil aufgesetzt.

Wenn die Schweißpunkte mit einer Fächerscheibe abgeschliffen sind, werden die Schweißstellen mit Karosserie Zinn verzinnt. Dazu wird zuerst die Verzinnungspaste aufgetragen und eingebrannt. Wenn sich die Paste gut verteilt hat, wird sie noch im warmen Zustand gut abgewischt.

Das Zinn wird nun erhitzt und in die Schweißnaht gedrückt. Das Zinn darf nicht flüssig werden sondern soll nur pastös bleiben. Sind die Nähte gefüllt, wird nochmals leicht erhitzt und mit einem Buchenholzspatel, der vorher in Leinenöl eingelegt war, das Zinn glatt geschmiert.

Ist diese Arbeit getan, wird der Rest abgeschliffen und mit einem Zinnspray versiegelt, bis die Lackierarbeiten beginnen.







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