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Fahrwerk


Gummiteile nachfertigen Teil 2



Datum: 26.01.2012     Autor: Kay MacKenneth

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Sehen Sie hier das exklusive Video über die Nachfertigung von Oldtimer Gummiteilen.

Oldtimer Gummiteile nachfertigen
Oldtimer Gummiteile nachfertigen

Alte Fahrwerks- oder Karosseriegummis müssen oft aufgrund ihres Alters ersetzt werden. Sei werden brüchig und damit auch zum Teil funktionsuntauglich. Neue Gummis können auch selber angefertigt werden
Wenn die Gummiteile bereits sehr rissig und rau geworden sind, kann mit Römer Plastilin (erhältlich in jedem Künstler Fachgeschäft oder Spielwaren Handel) der Zustand des Teiles für den Abguss vorbereitet werden. Wichtig ist es, die Form so gut wie möglich zu replizieren, damit die spätere Gussform sehr genau wird. Dazu wird das Plastilin sehr dünn aufgetragen und dicht verspachtelt. Das Plastilin füllt die Risse und glättet damit Form. Fehlerhafte Stellen werden mit dem Plastilin ausgeglichen und wieder hergestellt. Mit einem weichen Pinsel, getränkt mit etwas Aceton oder Chlorophorm (erhältlich in geringen Mengen in der Apotheke), wird das Plastilin glatt gestrichen. Das Plastilin wird kurzfristig sehr weich und flüssig und lässt sich damit präzise glätten und finalisieren. Wenn die Lösungsmittel verflogen sind, härtet das Plastilin wieder aus. Die Vorlage für den Formenbau ist damit fertig. Formen können aber auch mit dem entsprechenden Geschick komplett aus Plastilin nachgebildet werden.
Dieses Teile dienen als Vorlage für die Negativ-Form.

Oldtimer Gummiteile nachfertigen
Oldtimer Gummiteile nachfertigen

Für den Abguss empfiehlt es sich, eine Form aus Silikon anzufertigen,denn diese ist beständig und kann öfter eingesetzt werden. Silikon an sich ist selber ein Elastomer und lässt sich dehnen. Damit stellen auch leichte und gröbere Hinterschneidungen kein Problem dar.
Die Silikonmasse wird in einen Becher gegeben und mit einem Vulkanisator vermischt. Das Mischungsverhältniss entnehmen Sie am besten dem beiliegenden Begleitzettel. Erfahrungsgemäß ist das Anmischen aber auch ohne Waage möglich. In jedem Gefäß sind es bei unterschiedlicher Menge an Silikon Rohmaterial in etwa 2mm Vulkanistor an der Oberfläche das richtige Mischungsverhältniss. Das Material muss sehr gut verrührt werden. Von dem Vulkanisator darf nichts mehr zu sehen sein und die Masse muss homogen wirken. Nun kann die Silikon-Masse über den Rohling in die Form gegossen werden.
Da Silikon Material flexibel ist kann dieser Abguss in einem durchgeführt werden. Ein Schnitt an der Seite hilft bei der Entnahme des fertig gegossenen Teiles. Um die Form geschlossen zu halten reicht eine Bandage aus Klebeband rund um die Form. Will man es ganz genau machen, erhält die Silikon-Form noch einen Stützmantel aus Hart-Gips.

Oldtimer Gummiteile nachfertigen
Oldtimer Gummiteile nachfertigen

Für die Anfertigung der neuen Fahrwerk- oder Karosseriegummis eignet sich am besten das Elastomer Polyurethan. Polyurethan ist ein Zweikomponenten System, basierend auf einem Polyol und einem zugehörigen Härter. Beide Komponenten vermischt, ergeben nach der Reaktion miteinander einen stabilen Werkstoff. Bekannt auch aus dem Baumarkt als Montageschaum.
Polyurethane können je nach Herstellung hart und spröde, aber auch weich und elastisch sein. Besonders die Elastomere weisen eine vergleichsweise hohe Reißfestigkeit und Druckfestigkeit auf. Ideal für die hoch beanspruchten Fahrwerksteile. Ferner kommt es bei Teilen aus Polyurethan auf lange Sicht gesehen nicht zum Ausbluten des Weichmachers. Auch die Verformung des Bauteils unter Belastung ist wesentlich geringer als bei herkömmlichen Gummi.
Eine solche Polyurethan Gummimasse auf Zwei -Komponenten Basis ist zum Beispiel das Urethan der Firma Weicon, erhältlich in den Shore Härten 45, 60 und 80. Wie eingangs bereits erwähnt ist allerdings die Shorehärte 60 in der Regel die richtige Wahl für Fahrwerksgummis. Nach einer genauen Einhaltung von vorgegebenen Gewichtsverhältnissen werden die beiden Komponenten sorgfältig gemischt. Es empfiehlt sich eine genaue Waage zu nehmen. Zuerst wird die Polylol Flüssigmasse abgemessen. Diese Masse ist sehr zäh. Unter Zugabe des genauen Anteils an Härter werden die zwei Komponenten gut miteinander verrührt. Es entsteht eine sehr homogene flüssige Masse.

Oldtimer Gummiteile nachfertigen
Oldtimer Gummiteile nachfertigen

Solche PU Weich-Elastomere sind auch als klare Masse erhältlich. Diese können dann mit einem speziellen Farbkonzentrat in verschiedene Farben eingefärbt werden.
Nach dem Anrühren wird die flüssige Masse in die Form gegeben. Lässt man die Masse in einem dünnen Strahl in die Form laufen, werden keine Blasen mit in die fertigen Gummis eingeschlossen. Sehr wichtig ist es, die Form vorher noch mit Trennmittel auszustreichen. Dazu eignet sich zum Beispiel Silikonspray oder auch Formenwachs.
Nach einer Zeit von ca. 30 Minuten ist das abgegossene Teil ausgehärtet. Zur endgültigen Aushärtung kommt es aber nach ca. 8 - 10 Stunden. So lange sollte das Gussteil in der Form bleiben.
Nach dieser Zeit kann das Formteil aus der Gussform entnommen werden und dient nun als neues Teil für z. B. ein Oldtimer Fahrwerk.

Oldtimer Gummiteile nachfertigen
Oldtimer Gummiteile nachfertigen

Für die Wertbeständigkeit eines Oldtimers zählt heutzutage auch der patinierte Zustand. So können auch neuwertige Gummis entsprechend nachgefertigt werden. Bei dem gezeigten Gummi wurden die Altersrisse nicht ganz abgedichtet, um das Neuteil an die vorhandene Patina anzupassen. Die Materialbeschaffenheit und Shorehärte entspricht aber einem Neuteil.









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