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Oldtimer-Kühlerfiguren Das Rendevouz mit dem Wind

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Einer fast vergessenen Epoche der Automobilgeschichte ist die Geschichte der Kühlerfiguren.
Die Blütezeit dieser Skulpturen waren die Goldenen Zwanziger Jahre
mit ihrem frivolen Lebensstil und ihren ausschweifenden Festen.
Wer Geld hatte wollte es zeigen und stellte seinen Luxus zur Schau.
Wer ein Fahrzeug besaß, krönte seinen Besitz mit einer eigenen Kühlerfigur. Es entstanden luxuriöse Figuren aus teuren Materialien, die das überschäumende Lebensgefühl und den Wertewandel der Gesellschaft in den Jahre nach dem ersten Weltkrieg auch auch auf Automobile übertrug.

Kuehlerfigur
Kuehlerfigur

Viele Künstler befreiten sich in dieser Zeit aus akademischen Zwängen. Ihre Werke zeigten weniger Scham und so verwundert es nicht, dass sich dies auch bei delikaten Einzelstücken der von Künstlerhand angefertigten Kühlerfiguren zeigt. Die Vielfalt und Fantasie der faszinierenden Objekte heutiger Oldtimer-Kühlerfiguren scheint unendlich.

Die Sammlung von Volker Neumann und Siegmund Schaich entstand in mehr als 20 Jahren. Auf Flohmärkten, in Antiquitätengeschäften und auf renommierten Automobil-Auktionen auf der ganzen Welt trugen die beiden Sammler ihre Schätze zusammen. "Aber", so Volker Neumann, "wir sind noch nicht am Ende. Die Leidenschaft treibt uns in jedem Urlaub und auf jeder Reise an, neue Besonderheiten aufzutreiben."

Die Geschichte der Kühlerfiguren

Bereits kurz nach den Anfängen der Automobilentwicklung mit der Erfindung der Daimler-Motorkutsche im Jahre 1886 und der ersten Überlandfahrt von Berta Benz von Mannheim nach Pforzheim im Jahre 1888 war abzusehen, dass sich das Automobil als Verkehrsmittel durchsetzen würde. Die rasante Weiterentwicklung des Automobils und die Verdrängung der Pferdekutschen waren nun nicht mehr aufzuhalten.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gab es bereits viele Menschen, die gerne die Welt bereisten. Durch die immer größer gewordene Mobilität galt das Reisen mit dem Automobil als ein schnelles und großes Abenteuer mit vielen technischen und gesundheitlichen Gefahren.
Zur damaligen Zeit gab es weder gut ausgebaute Straßen, noch allgemeingültige Verkehrsregeln.
Ebenso war man den widrigen Wetterbedingungen wie Regen, Sturm und Wind als auch Schnee und Kälte fast ungeschützt ausgesetzt. Im Automobil gab es weder einen guten Komfort, wie auch hinreichende Sicherheit für die Fahrer und die Beifahrer und somit gewann der Schutzpatron der Reisenden - St. Christophorus - immer mehr an Bedeutung.
Dies war vermutlich einer der Gründe, warum Lord Montagu of Beaulieve - als einer der ersten Automobilisten Englands - auf dem Kühler seines Daimler-Motorwagens 1899 eine St. Christophorus- Figur montieren ließ.
Ein paar Jahre nach der Jahrhundertwende, als das Automobil immer beliebter wurde und es sich im täglichen Leben fest etabliert hatte, avancierte die Kühlerfigur vom Schutzpatron der Reisenden zum individuellen Kunst- und Luxusobjekt für das Automobil und Ihren Automobilbesitzer. Die ersten eigens als Kühlerfiguren angefertigten Objekte kamen ca. 1910 auf den Markt. Schon zur damaligen Zeit gab es Firmen, die sich auf den Verkauf von Zubehör- und Ersatzteilen rund um das Automobil spezialisiert hatten.

Schneckenreiter
Schneckenreiter

Diese Kühlerfiguren waren keiner speziellen Automarke zugeordnet. Somit konnte sich jeder Automobillist eine exklusive Kühlerfigur aus speziellen Katalogen heraussuchen. Den Ansprüchen der Kunden und der Fantasie der Künstler waren keinerlei Grenzen gesetzt, weder in der Gestaltung der Objekte noch in der Verwendung der Materialien. Vor allem in England und Frankreich etablierten sich zahlreiche Firmen in der Produktion und dem Verkauf von Kühlerfiguren. Berühmte Künstler der jeweiligen Kunstepochen brachten kunstvoll- und detailreich gearbeitete Werke hervor, die unter dem Namen der Firmen vertrieben und verkauft wurden. Der Wunsch nach Individualität und Einzigartigkeit brachte eine Vielzahl der unterschiedlichsten Kühlerfiguren zu Tage mit Vorlagen aus der Mythologie, der Religion, des Sports, der Tierwelt als auch erotische Darstellungen.
Bestechend in ihrer Einzigartigkeit und Schönheit, gewannen einige der Kühlerfiguren auf internationalen Automobilausstellungen und in Fachzeitschriften Schönheitspreise. Andererseits gab es damals auch Automobilfirmen, welche die Kühlerfigur als Markenzeichen erkannten und einführten, zum Beispiel die noch heute Welt bekannten Marken Bugatti, Bentley, Rolls-Royce und Mercedes-Benz.

Kuehlerfigursammlung
Kuehlerfigursammlung

Aufgrund der technischen Weiterentwicklung der Automobile verschwanden in den 30er und 40er Jahren die Kühlerverschlüsse unter der Motorhaube. Somit gab es keine Gründe mehr eine Kühlerfigur auf der Motorhaube zu installieren. Eine Vielzahl der individuellen Kühlerfiguren wurde daraufhin von Ihren Besitzern als Andenken an Ihr Automobil als Briefbeschwerer zweckentfremdet oder einfach nur als Erinnerung an eine schöne Zeit auf einen Marmorsockel montiert.
Als Markenzeichen von Automobilherstellern wurden die Kühlerfiguren auch weiterhin eingesetzt. In den50er Jahren erlebte die Kühlerfigur nochmals eine kleine Renaissance in Form von sehr abstrakten als auch technischen Formen auf amerikanischen Autos. Durch gesetzliche Bestimmungen aufgrund der hohen Zahl von Verletzungen bei Verkehrsunfällen wurden die individuellen Kühlerfiguren in den 60er Jahren nun endgültig verboten.
Die einzigen heute noch bekannten Kühlerfiguren sind die der berühmten renommierten Automobilfirmen Rolls-Royce, Bentley, Jaguar und Mercedes-Benz.

© Volker Neumann 2008

Sammlung Neumann & Schaich
Kontakt: Oldtimer-Kuehlerfiguren@gmx.de oder Kuehlerfiguren71332@gmx.de

Visitenkarte Neumann & Schaich





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