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Rennfahrer, Erfindungen & Milch für Sieger



31.12.2011   Autor: Kay MacKenneth

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Sehen Sie hier das Video über die Historie von Indianapolis, ein Zusammenschnitt durch 100 Jahre.

Eine der populärsten Rennstrecken Amerikas, ist der Indianapolis Motor Speedway im Bundesstaat Indiana. Die Geschichte dieses Legenden umwobenen Renn-Rondels und die des weltberühmten Indianapolis 500 Rennens beginnt 1908, als die beiden amerikanischen Unternehmer Carl Fischer und Arthur Newby ihre Idee (von „einem Ort des Kräftemessens für Automobile“ wahr werden ließen.

Das Automobil war gerade auf einem unvergleichlichen Siegeszug in den USA. Benzin war aufgrund eines großen Ölquellen-Funds in Texas günstig und die Pioniere der Landstraße drängte es, ihre Fahrzeuge auch bei Rennen unter Beweis zu stellen.

Mit zwei weiteren Investoren gründeten Fischer und Newby 1909 die Indianapolis Motor Speedway Company und erwarben nordwestlich von Indianapolis, der Hauptstadt von Indiana, ein großes Grundstück auf dem die Rennstrecke gebaut werden sollte. Zwei langgezogene Geraden, zwei kurze Gerade und vier hochgezogene Steilwand-Kurven bildeten die 2,5 Meilen lange Strecke aus Schotter und Teer.

Indianapolis 500 Indy Oldtimer Classic Car 100 Jahre 1911
Indianapolis 500 Indy Oldtimer Classic Car 100 Jahre 1911

Nur wenige Schritte sind es zum größten Shopping Center der Welt, der Dubai Mall. Eine gelungene Kombination für die ganze Familie. Zeit für Benzingespräche und Zeit für ausgiebiges Bummeln und Einkaufen. Auf einer Fläche, die rund 65 Fussballfeldern entspricht, gibt es nicht nur hunderte von Geschäften, sondern auch einen Unterwasserzoo und ein Eisstadion.
Später am Abend ziehen die Lichtspiele und die Wasserfontänen die Besucher wieder ins Freie. 150 Meter schießen die Fontänen auf einer Breite von 275 Metern in die Höhe. 100.000 Liter Wasser werden während der Schau in die Luft geblasen. Ein ganz besonderer Anblick sind die automobilen Klassiker in der Nacht.
Viele der Fahrzeuge kommen aus großen Sammlungen wohlhabender arabischer Familien. Doch auch zahlreiche Europäer und Oldtimer-Fans aus Übersee zeigen ihre Kostbarkeiten, wie Simon Crispe, der am Bau des Burj Al Arab beteiligt war und in Dubai geblieben ist.
Bei den ausgestellten Fahrzeugen überwiegen die Amerikaner. Leistung und Sound gehören zu den Kriterien, die in den arabischen Ländern noch bis vor kurzem als wichtigstes Merkmal für ein imposantes Fahrzeug galten.



Schon das erste Rennen 1909 endete mit einer Tragödie: fünf Tote, darunter auch zwei Zuschauer, waren während der ersten drei Renntage zu beklagen. Die Rennstrecke des Ovals war weich geworden. Die Folge waren starke Fahrrinnen und verheerende Schlaglöcher. Um dem Problem Herr zu werden legte man die gesamte Rennstrecke im Herbst 1909 mit Ziegelsteinen aus. Fortan hieß das holprige Oval im Volksmund „?rickyard“. Bis heute bleibt es eine Legende, dass einer der drei Millionen verbauten Ziegelsteine aus purem Gold sei.

Das erste offizielle Indy 500 Rennen wurde1911 angepfiffen. Von nun an galt es 200 Runden zu schaffen mit 500 Meilen (804,5 Km) Renndistanz. Zum Sieg raste Ray Harroun mit seiner gelb schwarzen Marmon Wasp. Ray Harroun baute erstmals einen Rückspiegel in seinem Rennwagen ein, um die rückwärtig heran brausende Konkurrenz zu beobachten. Diese Erfindung ist bis heute in jedem Serienfahrzeug eine kleine Erinnerung an das erste Indy 500 Rennen. In den USA führte dieses Rennen zu einer wahren Motorsport Euphorie. Harroun hatte während seiner 500 Meilen-Tour im Ring eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 116,89 Km/h. Die Indy 500 Strecke stellte höchste Anforderungen an Mensch und Maschine. Bis heute. Das durchgehende im Kreis fahren, mit Höchstgeschwindigkeiten von heute mit ca. 380 km/h, ist für die Fahrzeuge extrem einseitig belastend.

Die Jahre nach 1911 brachten immer mehr neue Fahrer auf die Strecke. Zu den alten Hasen zählten die Brüder Louis, Arthur und Gaston Chevrolet, die bereits 1909 gestartet waren. Immer neue Rundenrekorde wurden im Laufe der Jahre gefahren und die Fahrzeuge immer schneller. Bekannte Hersteller wie Peugeot, Mercedes, Duesenberg, Miller, Delage und Maserati tauchten in den Siegerlisten auf.




Zwischen 1936 und 1939 verschwand die Ziegelsteinstrecke immer mehr unter einer Asphaltdecke. Noch heute sollen weite Teile der historischen Strecke unter dem Asphalt liegen. Zu sehen ist das Original lediglich im Start- und Ziel-Bereich und steht mittlerweile unter Denkmalschutz. Hier ist der Schauplatz berühmter Indianapolis-Bräuche. Nach dem Rennen küssen die Sieger ehrfürchtig den schmalen Ziegelsteinstreifen. Seit 1936 trinkt der Sieger einen Schluck Milch aus der Flasche - in Anspielung auf die Nervosität der Fahrer vor dem „gefährlichsten“ Rennen der Welt. Ein weiterer Brauch ist die Verewigung des Siegerportraits im BorgWarner Wander-Pokal.

  Eine weitere Besonderheit in Indianapolis ist der Start. Gestartet wird fliegend in einer Dreierformation. Sobald die grüne Flagge geweht wird, ist das Rennen freigegeben und die Fahrer dürfen überholen. Das gesamte Feld bewegt sich in engen Gruppen unter Höchstgeschwindigkeiten durch die Kurven. Die Enge und die Vielzahl der Überholmanövern brachten auch die schlimmsten Unfälle der Renngeschichte mit sich. Nirgendwo sonst starben so viele Piloten, wie in Indianapolis.

Indianapolis 500 Indy Oldtimer Classic Car 100 Jahre 1911
Indianapolis 500 Indy Oldtimer Classic Car 100 Jahre 1911

 Wer beim Indy 500 Rennen starten will, muss seit den 30er Jahren erst einmal die drei Tage Qualifikationsläufe überstehen. Jeder Fahrer hat drei Qualifikationsrunden, von denen nur die letzte Runde zählt. Am ersten Tag finden die Qualifikationen für die ersten elf Start-Plätze statt, am zweiten Tag die Plätze 12 bis 22 und am dritten Tag die Plätze 23 bis 33. Am 4. Tag besteht die Möglichkeit für weitere Fahrer bessere Zeiten, als die vorgelegten zu fahren.

Zwischen 1950 und 1960 gehörte die Rennstrecke von Indianapolis durch das geänderte FIA Reglement auch einmal zu den Formel1-Weltmeisterschaft-Rennstrecken. Ansonsten blieb Indianapolis den Europäern meist verschlossen. Nur wenige europäische Fahrer nahmen an den Rennen teil. Zwischen 1919 und 1988 gingen nur amerikanische Fahrer als Sieger aus den Rennen hervor. Lediglich 1965 und  1966 gewannen mit Jim Clarke und Graham Hill zwei Briten das Indy 500 Rennen.



Ein Meilenstein in der Indianapolis Historie war die Teilnahme eines Cooper Rennboliden von Jack Brabham. Anfangs belächelt, sollte diese Teilnahme die Historie von Indianapolis grundlegend verändern. Ford übernahm das Konzept des Heckmotors und ab den Anfängen der 70er Jahre fuhren nur noch heckgetriebene Rennboliden die 500 Meilen von Indianapolis.

So legendär wie das Rennen an sich, sind auch die Pace Cars, die dem fliegenden Start den Weg bereiten. Diese Fahrzeuge werden seit 1948 ausschließlich von Chevrolet gestellt, darunter ab 1978 Corvettes, Mustangs und ab 1988 der Camaro SS Convertible. Heute erzielen historischen Pace Cars bei Auktionen hohe Erlöse. Wie gefährlich die Rennstrecke ist, zeigt sich daran, dass nicht einmal die Pace Cars unfallfrei blieben. 1971 geriet das Dodge Challenger Pace Car außer Kontrolle und fuhr in die Presse-Tribüne. Wie durch ein Wunder gab es nur leicht Verletzte. Im Pace Car saß der ehemalige Astronaut John Glenn.

Als erfolgreichste Indianapolis-Fahrer gelten: A.J. Foyt (Gesamtsieger 1961, 1964, 1967, 1977), Al Unser  (Gesamtsieger 1970, 1971, 1978, 1987) und Rick Mears  (Gesamtsieger 1979, 1984, 1988, 1991). Während in den Anfangsjahren die Hersteller und Fahrer ihre eigenen Rennboliden an den Start brachten, wurden später die Hauptkomponenten wie Chassis und Motor eines Herstellers vorgegeben. Lediglich die Komponenten dürfen modifiziert und verbessert werden.

Indianapolis 500 Indy Oldtimer Classic Car 100 Jahre 1911
Indianapolis 500 Indy Oldtimer Classic Car 100 Jahre 1911

Die Faszination des großen Ovals ist ungebrochen. Fast 400 000 Zuschauer verfolgen jedes Jahr das Rennen von Indianapolis. So viele Menschen, wie auch im gesamten Areal von Indianapolis Platz haben. In den 70er Jahren war der Innenbereich der Rennstrecke ein begehrter Camping Platz. Näher konnte man nicht an das Renngeschehen herankommen. Die erhöhte Anzahl an Unfällen und die Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen führte dazu, dass der Innenbereich ab den 80er Jahren gesperrt wurde. In den vergangenen 100 Jahren des Indy 500 Rennens kamen über 60 Menschen ums Leben. Nicht nur Rennfahrer, sondern auch Mechaniker, Streckenposten und Zuschauer.  








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