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Waschbrett-Asphalt, Häckerbahnen & Schnellfahrbahn

Datum: 17.06.2011     Autor: Valery Reuter

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Sehen Sie hier das exklusive Video über das erste voll ausgestattete Opel Testgelände

Vor 60 Jahren nahm Opel sein erstes voll ausgestattetes Testgelände in Betrieb. Hier mussten Fahrzeuge erstmals Häckerbahnen, Schotterpisten, Schrägen und Waschbrett-Asphaltstrecken schaffen, bevor Sie das OK für den Verkauf bekamen. Ein Prüffeld war die erste Hürde, die Fahrzeuge einst überstehen mussten, bevor sie an den offiziellen Start gehen durften. Heute ist es üblich, dass Autos tausende von Kilometern auf Teststrecken zurücklegen, doch in den 50er Jahren war das Prüffeld Dudenhofen in Südhessen eine Innovation von Opel. 150.000 Quadratmeter groß war das Areal , dessen Bauzeit fünf Monate dauerte.

OpelTeststrecke
OpelTeststrecke


Eine 1.500 Meter lange Schnellfahrbahn und einer „alltagsübliche“ Straße wurden ergänzt von einer Pflasterstrecke und zahlreiche Sonder-Prüfabschnitte mit Höckerbahn und Waschbrett-Asphaltstrecke zum Test von Federung, Radaufhängung, Stoßdämpfern und Lenkung. Auch eine Schotter- und Betonstraße sowie eine Sand- und Wasserdurchfahrt gehörten dazu. Eine Art Mittelachse im Gelände bildeten die unterschiedlichen Steilstrecken mit Steigungen von bis zu 30 Prozent – wichtig für Versuche zu Getriebeabstufungen, Steigvermögen sowie Anfahr- und Bremswirkung. Auf dem Skid Pad, einer Rutsch- und Schleuderfläche auf Betongrund, konnten die Opel-Experten schon zur damaligen Zeit in engsten Kurven die Lenkungsgeometrie überprüfen, Schlupfwinkel bestimmen und das Unter- oder Übersteuerungsverhalten testen.
Doch Fahrzeugtests hatten bei Opel in Rüsselsheim ihren Anfang bereits im Jahr 1903. Das hauptsächlich als Einfahrbahn für Motorwagen und für die Fahrraderprobung genutzte kleine Oval auf dem Werksgelände wurde jedoch bald zu klein. Deshalb eröffnete der Automobilhersteller am „Schönauer Hof“ südlich des Werksgeländes, Richtung Trebur, im Jahr 1920 die 1,5 Kilometer lange Opel-Rennbahn, die auch für Motor- und Radsportveranstaltungen genutzt wurde. Die Raketenantriebsversuche von Fritz von Opel hatten hier ebenfalls ihren Ursprung. Die bis zu 32 Grad überhöhten Kurven der ovalen Rennbahn erlaubten Geschwindigkeiten von 140 km/h, womit das Motodrom in dieser Zeit zu den schnellsten Kursen der Welt gehörte und Deutschlands erste permanente Auto- und Motorradrennstrecke war. Zuweilen fanden auf dem Gelände auch außergewöhnliche Werbeveranstaltungen statt, wie beispielsweise 1924 die Präsentation einer gesamten Tagesproduktion von mehr als 100 Exemplaren des 4/12-PS-Modells, im Volksmund besser bekannt als „Laubfrosch“.
Als Nachfolger des Opel-Prüffeldes von 1951, auf dem sich heute Entwicklungseinrichtungen wie das Labor für elektromagnetische Verträglichkeit, das Crashtestcenter und weitere Prüfstände befinden, baute Opel im Jahr 1966 ein völlig neues Testzentrum in Dudenhofen auf. Hier entstand eine ausgeklügelte Kombination aus Straßen und Wegen mit einer Gesamtlänge von damals bereits 33 Kilometern, um die Fahrzeuge auf ihre Dauerhaltbarkeit und die Belastbarkeit unter extremen Bedingungen zu testen.

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In den vergangenen zehn Jahren ist der Streckenanteil des Testzentrums um 50 Prozent gewachsen, so dass sich hier nun rund 60 Kilometer Prüfstrecken befinden. Das Spektrum reicht von der Komfort- und Geräusch-Messstrecke über Marter- und Bergtrassen bis hin zur Hochgeschwindigkeitsbahn.
Neue Entwicklungen bei Technik und Motoren beeinflussen auch die Infrastruktur und den alltäglichen Betrieb in Dudenhofen. So verfügt die neue Tankstelle auf dem Gelände mittlerweile über 18 Kraftstoffsorten und für Elektroautos wurden Stromladestationen eingerichtet. Umweltfreundlichkeit spielt nicht nur bei den getesteten Antrieben, sondern auch auf dem Gelände selbst eine Rolle. So werden 90 Prozent des für die Waschanlage benötigten Wassers recycelt.
Gehirn des Testzentrums Dudenhofen, in dem rund 300 Menschen beschäftigt sind, ist das Elektronische Prüffeldmanagement (EPM). Das System steuert beispielsweise den Verkehr und die Zufahrtsberechtigungen zu den Strecken und gibt exakte Wetterinformationen. Ebenfalls neu ist das Eventmanagement-Team, das das Gelände auch für die Öffentlichkeit zugänglich macht – mit großem Erfolg: Mittlerweile begrüßt das Testzentrum Dudenhofen jährlich bis zu 10.000 Besucher zu Veranstaltungen und Fahrtrainings.

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