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Oldtimer Highlight - Von Windsors ins Schloß Ludwigsburg



06.05.2011   Autor: Oliver Kammern

Einer Majestät würdig ist der Rolls-Royce Silver Wraith aus dem Baujahr 1950, der in diesem Jahr zu ‚Retro Classic meets Barock' ins Ludwigsburger Schloß kommt. Kein Wunder, denn dieser Rolls-Royce bekam sein edles Blechkleid vom Karosseriebauer des englischen Königshauses, von Hooper & Co. Dass das Fahrzeug erst kürzlich zu Gast in Schloß Windsor war und wie der Empfang bei seiner Majestät Prinz Philipp verlief, davon weiß Besitzer Klaus-Roßfeldt wunderbar zu berichten.
Rolls Royce Hooper&Co.
Rolls Royce Hooper&Co.

Den Rolls-Royce Silver Wraith gab es ab Werk nicht 'komplett', sondern ausschließlich als 'rolling chassis'. Ein Kunde orderte das mit Motor versehene Fahrgestell und ließ dann bei einem Karosseriebauer seiner Wahl einen individuellen Aufbau schaffen. Mithin ist in gewisser Weise jeder Rolls-Royce Silver Wraith ein Unikat.

#WME 14 wurde bei Hooper & Co (Coachbuilders) Ltd. als 'Teviot III' Touring Limousine gebaut. Chefdesigner bei Hooper war Osmond Rivers, der im Jahr 1950 bei einem Besuch in den USA sehr eingehend Entwicklungen und Tendenzen auf dem dortigen Markt mit der Situation verglich, mit der er aus dem Vereinigten Königreich vertraut war. Nach seiner Rückkehr traf er die Entscheidung zur Umstellung, den Karosseriekörper vollständig in Metall auszuführen. Die konventionelle Praxis, bis dahin auch bei Hooper gängig, aus Aluminium geformte Bleche über ein tragendes ‚Skelett' aus Holz (teils in Verbindung mit Metall-Verstrebungen bzw. -Verbindungen) zu setzen, wurde aufgegeben. Nunmehr bestand auch das tragende Gestell für die Karosseriebeplankung komplett aus Aluminium. Hooper genoß höchste Reputation als Hoflieferant, war der Karosseriebauer der Fahrzeuge des englischen Königshauses - und die neue Technik war geradezu revolutionär.

Rolls Royce Hooper&Co.
Rolls Royce Hooper&Co.

Der Rolls-Royce Silver Wraith mit der Chassis Nr. 14 wurde als Touring Limousine aufgebaut. Für den Eigentümer hat dies mehrere Vorteile, denn so konnte sich der Eigentümer von einem Chaffeur fahren lassen oder auch selbst hinter dem feinen Lenkrad Platz nehmen. Entsprechend fiel die Ausstattung des Wagens aus. Zwar gab es eine Trennscheibe um für die nötige Diskretion zu wahren, aber für den Fall, dass die Herrschaften selbst chauffieren wollten, ließ man neben breiten vorderen Einstiegstüren auch vorhkomfortable einzeln verstellbare Sitze montieren. Wie bei allen Rolls-Royce Silver Wraith waren auch bei diesem die Linien für den Karosseriekörper festgelegt worden in präziser Erfüllung der Vorgaben, die sich aus dem Dialog mit dem Kunden ergeben hatten. Zahlreiche Sonderwünsche hinsichtlich Gestaltungs- und Ausstattungsmerkmalen erfuhren individuelle Umsetzung.

Über viele Jahre war dieser Rolls-Royce Silver Wraith ‚eingemottet' (von 1989 bis 2010 betrug die Laufleistung nur 81 Meilen) und wurde nach erneuter Zulassung gegen Ende 2010 mit Umsicht wieder in einwandfrei fahrbereiten Zustand versetzt. Die Arbeiten zogen sich auch noch über die ersten Monate des Jahres 2011 hin. Abgeschlossen wurden sie gerade noch rechtzeitig, als die Einladung zu einem Royal Review auf Schloß Windsor ins Haus des Eigentümers flatterte. Anlaß war der 90.Geburtstags Seiner Königlichen Hoheit Prinz Philip, Herzogs von Edinburgh. Bei einem Empfang am 15. April in der St. George's Hall von Schloss Windsor nahm sich Prinz Philip viel Zeit für Gespräche mit seinen Gästen - wobei der Schlußsatz seiner ‚offiziellen Ansprache' einigen in den Ohren geklungen haben mag: "Meine Berater sagen mir, dass eine erhebliche Spendensumme für den Prinz Philip Trust gezeichnet worden ist. Ich danke allen Spendern für das Gute, das der Prinz Philip Trust mit diesen Mitteln tun kann - Und denjenigen unter Ihnen, die sich entschieden, nicht zu spenden, sage ich: Genießen Sie meinen Champagner!"

Rolls Royce Hooper&Co.
Rolls Royce Hooper&Co.

Am 16.4.2011 folgte vormittags eine Parade der Fahrzeuge, die von Prinz Philip im Inner Quadrangle von Schloss Windsor abgenommen wurde. Dort befindet sich der für die Öffentlichkeit nicht zugängliche private Wohnbereich I.M. Königin Elisabeth II. und S.K.H. Prinz Philip, Herzog von Edinburgh. Anschließend wurde die Auswahl von mehr 100 der schönsten Automobile von Rolls-Royce und Bentley (bis 2002 wurden Rolls-Royce und Bentley Seite and Seite beim gleichen Hersteller gebaut) ausgestellt im Windsor Great Park. Publikum hatte dort die Gelegenheit, die Fahrzeuge in Augenschein zu nehmen; das Eintrittsgeld floß dem Prinz Philip Trust zu. Nur 10 Autos ausländischer Fahrzeugeigner gehörten zum limitierten Teilnehmerfeld - und eines davon war der von Klaus-Josef und Katharina Elisabeth Roßfeldt gefahrene Rolls-Royce Silver Wraith mit der Chassis-Nummer #WME14.









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