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Design Rapsodie & Oldtimer Blues



Datum: 26.03.2011   Autor: Adrien Duncan

Stolze 33 Millionen Euro hat sich Autostadt Turin ihr neues wieder eröffnetes Automobil-Museum kosten lassen. Das die italienische Autohochburg ein eigenes Automuseum hat, ist so selbstverständlich wie die Existenz der Autostadt Wolfsburg, dem MuseumMobile Ingolstadt, des BMW-Museums München oder des Porsche- und des Mercedes Museums Stuttgart. Lange Jahre sah es aber in Turin ganz anders - eher wie eine wilde Ansammlung von Fahrzeugen anstelle einer Touristen-Attraktion, die Fahrzeug-Liebhaber aus der ganzen Welt anlockt. Das hat sich inzwischen geändert und man darf in Turin stolz sein auf das neue Museo Nazionale dell'Automobile.

Nationales Automobil Museum Turin
Nationales Automobil Museum Turin

Ursprünglich war das Museo Nazionale dell' Automo bili di Torino 1932 durch Biscaretti di Ruffia, einem der Fiat-Gründer, ins Leben gerufen worden und trug deshalb auch seinen Namen. Es liegt nahe bei Lingotto, dem berühmten früheren Firmenkomplex von Fiat. Das Gebäude wurde durch den Architekten Cino Zucchi neu gestaltet und erweitert durch eine weit ausschweifende Kurve aus Glas, die aus dem Gebäude ragt. Die Fahrzeuge selbst wurden durch Francois Confino neu in Szene gesetzt. Darin ist Confino Spezialist, wie er bereits in der Autostadt Wolfsburg im Audio Pavilion bewiesen hat.

Nationales Automobil Museum Turin
Nationales Automobil Museum Turin

Vielleicht nur etwas für hartgesottene Automobilfans ist die Ausstellung des ersten Fiats, der 1899 gebaut wurde, oder des Flaminia Presidenziale, einer sonderbaren Lancia-Version designed von Pininfarina für den Präsidenten der Italienischen Republik und schnell fertig gestellt für die Stippvisite von Queen Elizabeth 1961. Die Sammlung zeigt auch wenig bekannte Juwelen wie beispielsweise den einzigen Überlebenden der Marke Florentia Baujahr 1903 oder ein Oldsmpobile von 1904, eines der berühmten 1910 Renault Taxis, die 1910 den Truppentransport von Paris nach Marne übernommen hatten oder der Isotta Fraschini, der einst dem Stummfilm-Star Rudolfo Valentino gehört hatte und im Film "Sunset Boulevard" gespielt haben soll.

Nicht immer sind die Darstellungen ganz einfach zu verstehen. Ein kleiner Fiat 500 aus den 50ern, der aus der Produktionshalle direkt ins normale Leben - nämlich in ein Appartment gerückt wurde, symbolisiert den Einfluss der Massen-Mobilisierung auf das alltägliche Leben. Das nachgeahmte Appartement ist gefüllt mit allem, was man aus Autoteilen bauen kann - Toilette mit Sitzgelegenheit aus Reifen inklusive und einem Fiat 500 als Geschirrspüler.

Nationales Automobil Museum Turin
Nationales Automobil Museum Turin

"Fahrzeug-Puristen könnten damit ihre Probleme haben", räumte Museums-Chef Zumino ein, der viele Jahre bei Fiat, zuletzt als Präsident von Maserati unter Vertrag stand. "Marchionne war nicht besonders begeistert von diesem Set", ergänzte er und sprach dabei vom Fiat-Chef.

Die Auto-Inszenierungen sind ungewöhnlich wie beispielsweise die ausgebrannten Wracks in einer kargen, schwarzen Landschaft oder Oldtimer aus den 50ern, die umgeben sind von Haushaltsgeräten ihrer Ära wie Waschmaschinen, Gefrierschränke oder Fernseher. In einem ganz lang gestreckten Raum sind die Sportwagen so installiert, als wären sie jeden Augenblick zum Start bereit. Beachtenswert ist auch die Kollektion der Rennwagen inklusive dem Ferrari von Alberto Ascari, der 1952 und 1953 gesiegt hatte. Prunkstück der Ausstellung ist der 202 Cisitalia 1947.

"Wir wollten, dass jeder Wagen seine eigene Geschichte erzählen kann und im entsprechenden Umfeld steht", erzählt François Confino. "Das Problem der meisten Automuseen besteht darin, dass immer nur Auto an Auto gereiht ist. Wenn man das so will, kommen als Besucher hauptsächlich Männer in den 40er und 50ern in Frage. Wir aber wollen die ganze Familie."

Nationales Automobil Museum Turin
Nationales Automobil Museum Turin

Aber auch Auto-Enthusiasten werden die Highlights in diesem neuen Museum zufiredne stellen. Beispielsweise mit der dritten Etage, die dem Thema "Design ist eine Rapsodie" gewidmet ist und wo der große Brera gezeigt wird. In einem Winkel sind dort auch 14 verschiedene Reifen an der Wand, an denen die Entwicklung gezeigt wird.

Das Museum gehört zu den Bemühungen, die italienische automobile-Geschichte lebendig zu erhalten. Italien produzierte 2009 rund 850.000 Fahrzeuge, noch zehn Jahre zuvor waren es doppelt so viele, so die Internationale Vereinigung der Automobilhersteller. Damit ist Italien inzwischen mit Polen auf einer Höhe und weit hinter Frankreich mit zwei Millionen Autos und Deutschland mit 5,2 Millionen Autos.

"Autos sind ein Teil unserer Kultur, und der sozialen und wirtschaftlichen Historie von Turin", erzählte Giuseppe Alberto Zunino, Präsident des Turiner Automobil Museums " und dieses Museum zeigt, dass die Stadt Turin immer eine wichtige Rolle in der Welt der Automobil-Industrie gespielt hat und auch in Zukunft spielen wird. Wer etwas über Oldtimer, Autos von heute oder morgen wissen will, der soll zu uns ins Museum kommen."


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