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Jubiläum: Als Opel in die Luft ging



25.02.2011   Autor: Oliver Kammern

Der Ausflug in die Luft begann für Opel vor 100 Jahren. Es war ein kurzes Kapitel der Firmengeschichte, das nach 18 Jahren mit der RAK und dem Pionierflug von Fritz von Opel endete. Erster Auftraggeber 1911 war der luftfahrtbegeisterte Ernst-Ludwig, Großherzog von Hessen und bei Rhein.

Der stehende Motor mit Wasserkühlung, wie er sich seit Jahren im Automobilsektor bewährt hatte, schien auch für die Luftfahrt ein geeigneten Antrieb zu sein. Dies belegen Erfolge bei Überland- und Dauerflügen in ganz Deutschland. Vier Zylinder sorgten bei 1.250 Touren für eine Dauerleistung von 60 PS; maximal entwickelte die Maschine rund 70 PS. Wie bei Flugmotoren üblich, erfolgte der Antrieb direkt. Während eines achtstündigen Testlaufs betrug der Benzinverbrauch 17,4 Liter und der Ölverbrauch lag bei 0,8 Liter pro Stunde - sehr günstige Werte für die damalige Zeit. Die weiteren Vorteile des Aggregats: hervorragende Verarbeitung, gutes Leistungsgewicht und Schnelligkeit beim Start durch Anwerfen des Propellers - 1911 keine Selbstverständlichkeit.

Eingebaut wurde der Opel-Flugmotor in die "Euler Flugmaschine - Zweidecker - Type Hessen", genannt "Gelber Hund". Ihr Konstrukteur August Euler hatte ein Jahr zuvor als Erster in Deutschland das "Internationale Flugzeugführerpatent Nr. 1" erhalten und führte den ersten deutschen Überlandflug von Darmstadt nach Frankfurt durch.

OpelFlug
OpelFlug

Nur fünf Jahre nach dem ersten Flugmotor aus Opel-Hallen fertigt das Unternehmen in Lizenz den 200 PS starken, 314 Kilogramm schweren "As III O", wobei As für den Kraftfahrzeug- und Motorenhersteller Argus und O für Opel steht. Sechs Zylinder bringen das Triebwerk auf 1.470 Umdrehungen pro Minute.

Opel produziert bis 1919 insgesamt über 2.200 Motoren der Typen "As III O" und "BMW IIIa O" in Lizenz. Opel verfügt über die technischen und personellen Ressourcen, um die damals benötigten Stückzahlen ohne Zeitverzögerungen in Großserie herstellen zu können - bis zu 130 Triebwerke liefert das Rüsselsheimer Werk pro Monat. Der "As III O" wurde vornehmlich in Aufklärungsflugzeuge eingebaut.

OpelFlug
OpelFlug

Den Höhe- und zugleich Schlusspunkt der Flugtriebwerksentwicklung von Opel bildet das RAK-Programm. Am 30. September 1929 zündet Fritz von Opel auf dem Flughafen Frankfurt-Rebstock in einem speziell von Julius Hatry für den Raketenflug entwickelten Hochdecker mit doppeltem Leitwerk nacheinander sechzehn Feststoffraketen.

Im Beisein zahlreicher internationaler Medienvertreter hebt das Flugzeug ab, bleibt etwa 80 Sekunden in der Luft und erreicht in einer Höhe von 20 bis 30 Metern eine Geschwindigkeit von ca.100 km/h: Fritz von Opel schreibt mit seinem bemannten Raketenflug Geschichte. Zugleich suchen die Opel-Ingenieure nach neuen Herausforderungen. Diese finden sie - in der Entwicklung von Flüssigtreibstoffraketen für ein Flugzeug, mit dem Fritz von Opel einen Flug über den Ärmelkanal plant. Dazu kommt es jedoch nicht mehr. In der Weltwirtschaftskrise konzentriert sich Opel auf seine Kernkompetenz, den Automobilbau.

Übrigens: Ein vor wenigen Jahren aufwendig restauriertes Exemplar ist im Rahmen der Werkstour heute in der Rüsselsheimer Opel Oldtimer-Werkstatt zu besichtigen. Der aus fein gemasertem Holz nachgebaute Propeller mit einem Durchmesser von rund 2,5 Metern verleiht der Antriebseinheit ein imposantes Aussehen.











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