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"Kennedy" Cadillac "Jaqueline" Oldtimer wird versteigert



Datum: 24.01.2011   Autor: Valery Reuter

Die Namen von Pininfarina und Cadillac haben sich im Verlauf der Automobil-Geschichte selten gekreuzt. Aber Ende der Fünfziger Jahre hatte man gemeinsam an der zweiten Generation des Eldorado Brougham gearbeitet. Das Design überließ man allerdings nicht der Firma Pininfarina sondern den GM-Designern Chuck Jordan und Dave Holls. Rund 200 Chassis waren nach Europa verschifft worden und bekamen bei der Firma Pinin Farina die handgefertigte Karosserie. Ein wirtschaftlicher Erfolg war der Brougham nicht (Insgesamt wurden nur 900 Fahrzeuge verkauft), also beschloss man bei GM das Projekt sterben zu lassen.
Pinin Farina sah das anders und präsentierte die dritte Generation der einzeln angefertigten Cadillacs. Der "Skylight" erschien auf dem Genfer Automobilsalon 1958 als Coupé und im selben Jahr auf dem Salon in Paris als Cabriolet. Im Oktober 1960 folgte das "Coupé Starlight" auf dem Pariser Automobilsalon. Und noch ein Jahr später vervollständigte Pinin Farina das Quartett der Vorschläge mit der "Jaqueline". Eine Hommage an Jaqueline Kennedy- Bouvier, die amerikanische Präsidenten-Gattin, die als elegante Stil-Ikone die ganze Welt in Atem hielt.

Cadillac Kennedy Coupe
Cadillac Kennedy Coupe
Formschöner Oldtimer bei der Bonhams Auktion in Paris

Auf den ersten Blick war der Wagen kaum als Cadillac auszumachen. Abgesehen vom Lenkrad, den vier Rädern und dem Armaturenbrett, die alle aus dem Cadillac-Lager kamen, war nichts an "Jaqueline" aus der Serienproduktion verwendet worden. "Jaqueline wurde in "Ermine White" präsentiert. Das Design war umwerfend einfach. Unverschnörkelte lange Linien, an der Front quadratische Lampen, die an die äußeren Enden des einfachen Grill geschoben waren - alles um den Effekt der bereits vorhandenen Größe des Wagens noch zu verstärken. Das Dach war aus rostfreiem Stahl und eher poliert als gebürstet. Am hinteren Ende des Daches führte eine Chrom-Leiste an einer überstehenden Lippe entlang des kompletten Rückfensters - um das Interieur mit Frischluft zu versorgen. Auf der Fronthaube trug "Jaqueline" eine normalen Cadillac Krone. Allerdings fehlte der Hinweis auf die Motorisierung, denn "Jaqueline" hatte keinen Motor - keinen V8 und auch nichts anderes. Kein Wort wurde darüber verloren, wie der Wagen angetrieben werden sollte. Wie "Jaqueline" im Auge des Betrachters ankam, ob sie gefiel oder nicht ist unbekannt. Bei General Motors verlor man kein Wort über die Aktion Pinin Farinas mit den Design-Modellen.

Im Jahr 1965 recycelte Pinin Farina wenigsten einen Teil des Designs vom "Jaqueline"-Modell. Beim Peugeot 204 tauchte beinahe die identische, wenn auch verkleinerte Front auf. Das "Jaqueline"-Coupé selbst wanderte in Pinin Farinas Design-Museum in Turin. Ein Belgischer Ferrarihändler namens Philippe Lancksweert, kaufte "Jaqueline", verkaufte sie weiter an Michel Kruch und Herve Irving Willems (Brussel) bevor das Fahrzeug in den Besitz des Cartier-Chefs Alain Dominique Perrin kam. Irgendwann auf diesem langen Weg, war der Wagen Goldfarben lackiert worden.

In Amerika schenkte Perrin dem Fahrzeug endlich einen Motor. "Jaqueline" wurde mit einem Eldorado Biarritz Herz von 1960 fahrtüchtig. Der Umbau vom Showcar zum Straßenfahrzeug war enorm aufwendig. Der Boden des Fahrzeuges war ursprünglich komplett eben, die Fenster nur aus Plexiglas, ohne Möglichkeiten zur Versenkung, elektrische Funktionen gab es nicht. Im Inneren jedoch wurden alle Elemente von Pinin Farina erhalten.

1989 und 2000 tauchte die nun fahrtüchtige "Jaqueline" erstmals in Paris wieder auf und wurde zur Sensation. In Monterey hatte sie 1999 beim Concorso d'Italiano einen grandiosen Auftritt. Am 5. Februar wird die elegante "Jaqueline" im Grand Palais in Paris zum Verkauf angeboten. Genau dort, wo sie zum ersten Mal im Rampenlicht stand. Erwartet wird ein Endpreis von 200.000 bis 300.000 Euro.

Weiterführender Link:

www.bonhams.com/cars




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