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Katmandu
Hitler "Merc" als Attraktion im Palastmuseum

Benz 320 F Cabriolet
Benz 320 F Cabriolet

Die Haube löst sich, die Türen fallen ab, die Fahrzeugkabine ist durchgerostet und die Sitze fallen auseinander - der Zahn der Zeit hat dem Mercedes Benz 320 zugesetzt, seit er nach dem Tod des einstigen Herrschers von Nepal im Jahr 1950 in den Räumen der Ingenieurschule von Thapathali als Reparatur-Objekt diente. Jetzt rostet die Karosse erst einmal auf dem Palastgrundstück weiter, bis das Museum eröffnet wird. Neben der Diamant-Krone soll der Wagen, ein Geschenk Hitlers, die Hauptattraktion im Palastmuseum in dem kleinen Land zwischen China und Indien werden. Der Geschichte des "Merc", wie das Fahrzeug dort genannt wird, spannt einen Bogen aus dem 2. Weltkrieg bis zur unblutigen Abdankung des letzten nepalesischen Königs Gyanendra.

Benz 320 F Cabriolet
Benz 320 F Cabriolet

Als Hitler das Mercedes Cabrio Baujahr 1939 via Indien nach Nepal schickte, herrschte in Europa bereits Krieg. Nepal verhielt sich zunächst neutral. Doch auch das kostbare Geschenk konnte den Herrscher Tribhuvan nicht davon abhalten, der britischen Armee Soldaten als Truppen-Verstärkung zur Verfügung zu stellen.
Während in Europa die Frühindustriealisierung und der Fortschritt bereits Anfang des 19. Jahrhunderts begonnen hatte, gab es in Nepal mehr als 100 Jahre später, noch kein einziges Auto. So wurde der Weg des wertvollen Geschenks ins 1355m hoch gelegene Katmandu, dem Sitz des regierenden Königs Tribhuvan, ein wahrer Kraftakt: das 1850 kg schwere Fahrzeug musste über schmalen Bergpfade und gewundenen Kieswege mühsam nach oben getragen werden.
Es dauerte viele Tage, ehe der Herrscher endlich im Mercedes Platz nehmen und sich über die Hochebene chauffieren lassen konnte. Als schließlich einige Verschleißteile in die Brüche gingen und die einheimischen Techniker nicht in der Lage waren Ersatzteile nachzubauen, wurde der Mercedes in einer Ecke des Palastes geparkt und rottete vor sich hin.
Benz 320 F Cabriolet
Benz 320 F Cabriolet

Im Folgenden überstand die unbeachtete Kostbarkeit die Wirren blutiger Massaker, die Entmachtung von König Tribhuvan, die Machtübernahme durch seinen Sohn Mahedra und die Ausrufung des Panchayat. Im Jahr 2001 wurde ein Großteil der Königsfamilie durch ein Massaker - vermutlich durch den Thronprinzen ausgeschlöscht, so dass der Weg zum Thron für den ungeliebten König Gyanendra von Nepal frei wurde.
Der Mercedes war indes in einem desolaten Zustand. Vor drei Jahren wurde eine Rettungsaktion unternommen und er wurde in die Ingenieurschule von Thapathali gebracht, als Übungsobjekt für Mechaniker-Lehrlinge. Doch auch hier fehlte das Geld für Ersatzteile, so dass man vorerst aufgab.
Heute hat Nepal ein Straßennetz von ungefähr 17.000 Kilometer auf dem sich 500.000 Fahrzeuge jeder Art tummeln.










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