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Oldtimer News aus dem Parlamentskreis Automobiles Kulturgut



11.02.2010   Autor: Kay MacKenneth

kurz notiert
kurz notiert

Zum 2. Mal tagte der Parlamentskreis Automobiles Kulturgut im Bundestag in Berlin. Rund 50 Vertreter der Oldtimer-Szene waren mit dabei, um die Interessen und Probleme der Oldtimer zu wahren und vertreten.
"Der Parlamentskreis Automobiles Kulturgut soll agieren und auch reagieren", so Jens Koeppen MdB in seiner Eröffnungsrede. "Agieren, im Sinne eines Frühwarnsystems für den wirtschaftlichen Bereich Oldtimer. Es ist sehr wichtig politisch im richtigen Moment zu reagieren wenn es darum geht, bei Entscheidungen die Interessen des Automobilen Kulturgutes zu vertreten. Das ist ein Grund warum 2009 dieser Arbeitskreis gebildet wurde. Unwissenheit soll durch entsprechende Information abgelöst und stattdessen eine Akzeptanz des Automobilen Kulturgutes geschaffen werden.

NoX und Umweltzonen - folgt ein Fahrverbot?

Ein existenzielles Thema für Oldtimer ist das Thema Stickoxide und Umweltzone. Seit Januar 2010 sind neue Richtlinien der EU in Kraft getreten. Es gelten Emissionswerte für Stickstoffdioxid und Ozon die bis 2015 noch weiter ausgebaut werden sollen. An diese EU Richtlinien sollen die deutschen Richtlinien angepasst werden. Schon jetzt ist absehbar, dass eine Einhaltung dieser Vorgaben nicht in allen Städten erfolgen wird, deshalb können künftig Ausnahmeregelungen stattfinden. Es soll nicht zu Ausweitungen der Umweltzonen kommen und alle Ausnahmeregelungen die bereits gemacht wurden greifen nach wie vor, so die Aussage der derzeitigen Regierung.

In einer Diskussion kam die Frage auf, ob die Ausnahmeregelung nur für Oldtimer gilt, die mit einem H-Kennzeichen geführt werden, oder auch grundsätzlich für Fahrzeuge die älter sind als 30 Jahre oder aber auch für Fahrzeuge die mit einem 07er oder 06er Kennzeichen geführt werden und älter als 30 Jahre sind.

Eine eigene Plakette für Oldtimer?

Für einen Polizisten dürfte es sehr schwer sein, die Fachkenntnis zu besitzen um zu beurteilen ob ein Fahrzeug ein Oldtimer ist, wenn kein H-Kennzeichen geführt wird. Dies führte die Frage mit sich, ob es nicht sinnvoll wäre, eine eigene Plakette für Oldtimer einzuführen, die ebenso wie die Umweltzonen-Plaketten in die Windschutzscheibe geklebt werden. Es wird an solchen Vorschlägen und Lösungen gearbeitet.

Im Moment gilt die Ausnahmeregelung nur für Fahrzeuge mit H-Kennzeichen, nicht aber im Bezug auf das Alter (30 Jahre). Baden-Württemberg hatte bis zum Ende des 2009 die Ausnahmeregelung auch auf Fahrzeuge mit einem Oldtimer-Gutachten gelten lassen. Dazu gab es den Hinweis, dass gerade das H-Kennzeichen das historische Fahrzeug als Automobiles Kulturgut ausweist, und deshalb so auch für eine breite Bevölkerung erkennbar gemacht werden soll.

Das H-Kennzeichen dem 07er Kennzeichen gleichstellen?

Der Gedanke dabei war, dass auch Fahrzeuge mit 07 Kennzeichen als "historisch" von Laien erkannt werden können. Dagegen wurde angeführt, dass immer wieder Fahrzeuge mit 07 Kennzeichen nicht der Straßenverkehrsordnung entsprechen, da sie nicht dem TÜV vorgeführt werden müssen. Der Abschaffung des 07er Kennzeichens wurde von mehreren Seiten widersprochen. Gerade bei sehr frühen Fahrzeugen um die letzte Jahrhundertwende sei es sehr schwer eine TÜV Zulassung zu erhalten, da diese Fahrzeuge in manchen Städten, wie z.B. in Berlin nicht mehr durch den TÜV gelassen würden, selbst wenn alle technischen Funktionen einwandfrei seien.

Das 07er-Kennzeichen im Ausland

Da das 07er Kennzeichen nur eine nationale Regelung ist, kann es im Ausland zu Schwierigkeiten kommen. Diese Kennzeichen sind seit 2007 keine Zulassungen mehr im rechtlichen Sinne. Es obliegt den angrenzenden EU Nationen, ob und wie sie das 07er Kennzeichen anerkennen. Zwar sind solche Fahrzeuge, die unter einer solchen Nummer geführt werden versichert, aber sie unterliegen keiner technischen Prüfungspflicht, was durchaus dazu führen kann, dass der ein oder andere Ordnungshüter Zweifel anmeldet. Durch die fehlende Betriebserlaubnis erfüllen also die unter der 07er Nummer gefahrenen Fahrzeuge im Ausland nicht die nötige baulichen Betriebsvorschriften und könnten theoretisch daher von den jeweiligen Ordnungshütern stillgelegt werden. Der Ruf nach einem europäischen "07er"-Kennzeichen, wurde verworfen, nachdem die Situation und die Regeln der anderen EU Staaten erläutert wurden. Deutschland hat im Bezug auf Oldtimer eine kulante Regelung, in anderen Anrainerstaaten gelten Kilometer-Beschränkungen, zeitliche wie auch räumliche Beschränkungen.

Wechselkennzeichen

Die Einführung eines Wechsel-Kennzeichens wie es zum Beispiel in Österreich und der Schweiz bereits seit Jahrzehnten praktiziert wird wurde ebenfalls diskutiert. Dr. Andreas Scheurer MdB erklärte, dass er dieses bereits in den diversen Ausschüssen vorgetragen und auf positive Resonanz gestoßen sei. Ein solches Wechsel-Kennzeichen soll die Verkehrsbelastung reduzieren, wenn pro Haushalt ein solches Kennzeichen vorhanden ist, da sich das Mobilitätsverhalten in der Familie dadurch verändern wird. Dies dürfte sich im positiven auch Sinne erheblich auf die Umwelt auswirken. Einzelne Verbände sollen Rohkonzepte im Bezug auf ein Wechsel-Kennzeichen vorlegen damit diese Idee konzeptionell unterfüttert werden kann. Zertifizierte Oldtimer-Werkstätten - Beruf: Oldtimer-Restaurator?

Überraschend war für alle Teilnehmer des Parlamentarierkreises die Aussage von Andrea Zeus, vom Deutschen Kraftfahrzeuggewerbe e.V.,: "Eine Studie seitens der IG Metall hat ergeben, dass im Bereich der Oldtimer Werkstätten die Schaffung des Berufsbildes Restaurator nicht notwendig ist, da nach einer Berechnung nur ein Bedarf von 36 Fachkräften herausgekommen ist."
Eine Zahl über die Klaus Kienle, Kienle Automobiltechnik nur den Kopf schütteln kann. Alleine in seinem Betrieb werden derzeit 20 bis 22 Lehrlinge in allen Bereichen ausgebildet. Klaus Kienle machte deutlich, dass in jedem Fall Bedarf an einem solchen Berufsbild und der dazu gehörenden Ausbildung vorhanden ist.
Andrea Zeus wies darauf hin, dass es nun für jeden Mechatroniker-Auszubildenden über Berufsbildungszentren und Berufsschulen möglich ist Zusatzprogramme zu belegen. Diese sollen zur Not auch mit Fachkräften, die gerade in Rente gegangen sind, durchgeführt werden. Das Ganze sei erst einmal als Versuch angedacht. Es wird keine öffentlich rechtliche Prüfung geben, aber es gibt einen anerkannten Abschluss. Man will warten, wie die entsprechenden Fachwerkstätten auf diesen Versuch reagieren und ob eine solche Initiative anerkannt wird. Rainer Steenbuck, Steenbuck-Automobiles wies darauf hin, dass es mittlerweile auf der deutschen Landkarte sehr viele weiße Flecken im Netz der qualifizierten Oldtimer- Fachwerkstätten gibt. Viele seiner Kunden möchten sich aber nur einen Oldtimer kaufen, wenn sich auch eine Fachwerkstatt im Umkreis von 100km befindet.

Für Fachwerkstätten gibt es seit Mitte 2009 eine zusätzliche Zertifizierung, die sie als spezialisierte Oldtimer-Werkstatt ausweist.

Einbau von Gas-Anlagen in Oldtimern

In Hinblick auf die Umweltentlastung kommen immer mehr Oldtimer Besitzer und möchten ihr Fahrzeug auf eine Gas-Anlage umrüsten. Dann stellt sich allerdings die Frage im Bezug auf das H-Kennzeichen. Dazu gibt es klare Richtlinien. Sicherlich sind besonders in Holland bereits vor 30 Jahren die ersten Gas-Anlagen in Fahrzeugen eingebaut worden und solche Fahrzeuge mit einem zeitgenössischen Einbau können durchaus auch ein H-Kennzeichen führen und erhalten. Eine aktuelle Umrüstung eines Oldtimers allerdings berechtigt nicht mehr zur Führung eines H-Kennzeichens, denn dieses steht für ein schützenswertes Kulturgut. Das umgebaute Fahrzeug wäre nicht mehr original erhalten.

Der nächste Parlamentskreis Automobiles Kulturgut soll Anfang Juni statt finden.


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