Sehen Sie hier das Video über das Oldtimer Unikat, den Porsche Berlin Rom Wagen
Das Porsche-Museum feiert 2010 seinen ersten Geburtstag. Gleich im Eingangsbereich dient eine Skulptur des sogenannten Ur-Porsches Typ 64 als Blickfang. Sein Vorbild, der letzte verbleibende Original Porsche Typ 64, kommt ihm nun im Geburtstagsjahr ganz nah: vom 12.-14. März bringt die Arabella Classic Cars GmbH aus München den Wagen aus der Privatsammlung zum letzten Mal in die Öffentlichkeit zur Retro Classics nach Stuttgart. Versicherungswert: 6 Millionen Euro.
Der Porsche-Dino aus der Nähe
Man muss unwillkürlich den Atem anhalten. Wie ein Porsche-Dinosaurier wirkt die grünlich-silberne Aluminium-Karosserie. Über dem durchgehenden Kühlergrill prangt erstmals der Namenszug PORSCHE. Der Urahn des 356er Modells. Stromlinien-Design 1939 - anmutige Kurven fast gedrungen geschwungen, die Bewegungsfreiheit im Kopfbereich - dem Windwiderstand geopfert, die Oberfläche der Karosserie mit haarfeinen Rissen und kleinen Macken, der Chrom an den Lampenringen vom Rost angegriffen. Im Inneren spricht karge Einfachheit über ein Autoleben als Rennwagen. Sich auflösende Seitenteile, enge, schräg hintereinander gebaute Sitze erzählen von körperlicher Nähe zwischen Fahrer und Co-Pilot. Originalität, die lebendig wirkt, die Geschichten erzählt.
Gebaut wurden im Konstruktionsbüro in Stuttgart von Ferry Porsche einst drei Fahrzeuge des Typ 64, Berlin-Rom-Wagen. Ein prestigeträchtiges Rennen, eine Fernfahrt von rund 1500 Kilometer, die Ende 1939 von Berlin nach Rom stattfinden sollte, war geplant als triumphaler Auftritt des Typ 64. Im Deutschland des Nationalsozialismus erhoffte man sich seinerzeit die entsprechende Außenwirkung durch einen Sieg des Typ 64. Der eingesetzte Vierzylinder Motor basierte auf einem Käfer Triebwerk und brachte es allerdings ausgestattet mit größeren Ventilen, Doppelvergaser und höherer Verdichtung auf 40PS Leistung und 145 km/h Höchstgeschwindigkeit.
Anhand von alten Fotografien und Aussagen von Zeitzeugen haben Oldtimer-Markt-Autor Wolfgang Blaube und Prototypen-Museum-Hamburg Mitinhaber Thomas König die Spur des legendären Ur-Porsches verfolgt. Einen spannenden, ausführlichen Bericht darüber bringt die Oldtimer-Markt in ihrer Ausgabe Nummer 2/2010.