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Mannheim
160 Weltklasse-Oldtimer beim Schwetzinger Schloss
Datum: 01.09.2009     Autor: Valery Reuter

Ein Jahr war Pause im Schlosspark des württembergischen In der Zwischenzeit wurde aus der ehemaligen "Oldtimer Gala Schwetzingen" die moderner klingende "Classic Gala Schwetzingen", schließlich hat der Veranstalter das Thema Klassiker der Zukunft ebenso im Portefeuille wie die allseits beliebten Oldtimer in allen Klassen. Am Wochenende des 5. und 6. September 2009 ist es soweit und im kreisrunden Schlosspark gibt es wieder 160 Klassiker aus 8 Nationen (A, B, CH, CZ, F, I, NL, D) zu sehen, die sich dem Urteil der 30-köpfigen Experten-Jury stellen.

Die Fahrzeuge der Baujahre ab 1885 sind nach FIVA-Klassen eingeteilt und werden wie gewohnt exakt linear und weiträumig in Deutschlands schönstem Achsengarten aufgestellt. Besonderheit: die Klasse H der gänzlich unrestaurierten Originale und die ebenfalls seit Jahren eingeführten "Klassiker der Zukunft". Dabei kommt es weniger auf penible Politur als auf perfekte Originalität an - die Autos müssen exakt so sein, wie sie einst gebaut wurden.





44 "Schnauferl" vor Baujahr 1930
Unter den ganz frühen Kreationen ist die einzig verbliebene Pretigars Voiturette, die nur 1898 und 1899 in Frankreich gebaut wurde ebenso einzigartig wie der letzte Lux, der schon 1900 in Ludwigshafen entstand. Wer kennt noch einen Borseaux aus Frankreich oder den Duhanot, der 1907 von zwei Radrennfahrern in einer französischen Taxifabrik gebaut wurde.
Ein Vorläufer der Formel-1-Boliden ist der DeDion Grand Prix aus dem Jahre 1908 und geradezu einzigartig ist das unscheinbare Dreiradtaxi Cyclonette aus dem Film Berlin-Alexanderplatz, das 1913 entstand.

52 Klassiker wurden ab 1930 vor dem Krieg gebaut
Wichtigste Vorkriegsmarke ist Bugatti, deren Meilensteine die Besucher zum 100-jährigen Jubiläum gleich am Eingang des Parks auf der Terrasse empfangen. Doch auch Praga oder Delta sind Marken mit Tradition, auch wenn sie wie Armstrong-Siddeley oder Pierce Arrow inzwischen fast vergessen sind. Luxuswagen von Rolls Royce, Mercedes oder Cadillac treffen auf unrestaurierte Alltagswagen wie einen Opel 1,2 Liter von 1929, der bis 1979 in der ehemaligen DDR täglich Dienst tun musste oder einen Opel Admiral von 1938, der 60 Jahre in einer Scheune dämmerte.
Denn bei Classic-Gala Schwetzingen geht es nicht um glitzernde Schönheit, sondern zuerst um den originalgetreuen Zustand. Nirgendwo sonst kann man so viele gut erhaltene Klassiker von geschichtlichem Rang bewundern.

82 Traumwagen der Wirtschaftswunderzeit bis 1965
Die Vielfalt der sechziger Jahre spiegelt sich in diversen Maserati, den Rolls Royce, feinen Bentley oder den extravaganten Zagato-Kreationen, die am Hirschbrunnen präsentiert werden und in Klassikern von Facel Vega oder einem Jaguar Mark X, der als Cabriolet gebaut wurde. Ein Sonderthema sind die Varianten des berühmten Mercedes 300, der als Repräsentationswagen der ersten Bundesregierung schnell zum Beinamen "Adenauer" kam. Seine frühen Ausführungen sind ebenso zu sehen wie einer der beiden sog. Papstwagen mit höhere Fenstern und offenem Dach.

Wiederentdeckt
Weltpremiere feiert zum 7. Internat. Concours d'Elegance CLASSIC-GALA Schwetzingen ein verschollen geglaubter Mercedes 320, der bei der ältesten Karosseriefabrik Deutschlands Erhard Wendler in Reutlingen mit einer für seine Zeit extrem modernen Ponton-Karosserie mit aufklappbaren Kotflügeln versehen wurde. Die Spuren des viersitzigen Cabriolets verloren sich nach den Kriegswirren - jetzt wird dieser spezielle Sechszylinder W 142, dessen Bug an frühe Alfa Romeo 6 C erinnert, voll restauriert erstmals wieder öffentlich gezeigt.

Der Concours d’Elegance Schwetzingen blickt in die Zukunft
Umfragen haben gezeigt, dass die Erinnerungen des Alters zwischen 6 und 16 Jahren ganz besonders prägend wirken. Für die heute 60-jährigen sind das Autos der 50er Jahre, mit 50 mag man vielleicht die 68er Jahre, wie den NSU Ro 80 und die 40-jährigen verehren den Porsche 911 Turbo als den Klassiker ihrer Jugend nach der Ölkrise. Klassiker der Zukunft sind deshalb ein wichtiges Thema und geprägt von fließenden Baujahren. Verschwunden sind die Jaguar XJ 6 und die Audi Quattro ebenso wie der Mercedes SLC und erst recht der VW Scirocco. Umso wichtiger ist es, typische Vertreter ihrer Zeit in makellosem Zustand zu zeigen, denn Erhalt und Restaurierung sind oft schwieriger als bei Vorkriegsklassikern mit Rahmen.
Die Brücke zwischen gestern und heute bildet das Angebot an klassischen Lamborghini und Bentley ebenso, wie die futuristischen Kreationen von Isdera.

Kunst und Kultur kommen nicht zu kurz
Auf die Besucher wartet Jazz im Park mit den "Strangers", auch klassische Musik, ausgewählte Accessoires, automobile Kunst, Literatur, Automobilia, Schmuck, Lederbekleidung und besondere Uhren sowie zahlreiche Leckereien zwischen Schlossterrasse und Hirschbrunnen. Die Ausstellung automobile Kunst im Südflügel ist diesmal besonderen fotografischen Impressionen und Interpretationen gewidmet, die von einer Gruppe spezialisierter Bildgestalter einerseits und dem Prova-Verlag andererseits präsentiert werden.
Auch die kleinen Angebote im Park sind zeitgenössisch: der Apeccino-Kaffee kommt im Vespa-Dreiradwagen von 1961, die Crepes im Wellblech-Citroen HY von 1966, die Cigar-Lounge gruppiert sich um einen Tempo-Renntransporter mit Monoposto und Eis kommt aus einem Handwagen der dreissiger Jahre oder vom dänischen Pavillon.
Der Jaguar-Classic-Club lädt seine Mitglieder zur Jaguar-Schau, Oldtimerclubs aus Brühl und Heidelberg zeigen meisterlich erhaltene Schmuckstücke, für 100 Jahre Morgan treffen sich die Freunde der Marke in der nördlichen Mittelachse und ein Oldtimerclub reist eigens aus der Schweiz an, um in Schwetzingen dabei zu sein.
Das Museum Autovision führt besondere Fahrzeuge vor und die Landesgruppe Tradition des Allgemeinen Schnauferl Clubs ASC bittet Ihre Mitglieder und Freunde am Sonntag zum "Dejeuner sur l’herbe".

Weiterführende Links:
www.oldtimer-gala.de








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