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Biokraftstoff E10
Bundesumweltminister stoppt Gesetzentwurf

Bioethanol
Bioethanol

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel stoppte die geplante Beimischung von 10% Bioethanol in Kraftstoffe. Es wird vermutet dass rund 3 Millionen Fahrzeuge von dieser Beimischung negativ betroffen gewesen wären und Super Plus Kraftstoff hätten tanken müssen, um möglichen Schäden am Fahrzeug vorzubeugen.
"Umweltaspekte sind auch zukünftig eine wichtiges Kriterium bei der Gewährleistung der Mobilität. Grundsätzlich muss aber jede Maßnahme auf den Prüfstand gestellt und der tatsächliche Umweltnutzen nachvollziehbar dargelegt werden. Öffentlichkeitswirksame Entscheidungen ohne faktischen Nutzen dienen allein der Beruhigung des Umweltgewissens, sorgen aber nicht für tatsächlich Effekte, bei der Erhaltung einer sauberen Umwelt". (Zitat AvD Pressemeldung vom 04.04.2008)

Wie aber hätte sich die Beimischung von Bioethanol auf Kraftfahrzeuge, vor allem aber auf Oldtimer ausgewirkt?

Je höher der Anteil von Ethanol in Kraftstoff-Ethanol-Mischung ist, desto weniger ist dieser für Fahrzeuge ohne umgebaute Motoren geeignet. Ethanol reagiert mit Kunststoffen und Gummi und greift diese nachhaltig an, bzw. löst PVC regelrecht auf. Daher darf Bioethanol nicht in dafür nicht umgerüstete Fahrzeugen verwendet werden. Die gelösten Stoffe können durch den Kraftstoff auch in den Vergaser und den Motor gelangen und größere Schäden verursachen. Entstehende Lecke im Kraftstoffleitungssystem stellen ein hohes Sicherheitsrisiko dar.

Viele Oldtimer haben noch Korkdichtungen, gerade im Motorenbereich. Deshalb wäre dieser Bereich für Oldtimer weniger Grund zur Besorgnis gewesen.
Aber: das Ethanol greift Aluminium an. Befürchtet wird dabei die so genannte Ethanolkorrosion, eine Korrosion des Aluminiums. Ein Problem das auch schon manchen Oldtimer betrifft, so sind bei vielen älteren Oldtimer Sportwagenmodellen die Vergaser bereits aus Gussaluminium. Diese müssten alle mit einer Bronze oder Kupferschicht
galvanisch überzogen werden. Auch Motorenteile und Teile aus Aluminium im Verlauf des Kraftstoffsystems würden von der Beimischung von Ethanol beschädigt werden.
Außerdem erreicht Benzin durch Zumischung von Ethanol eine höhere Oktanzahl was eine Änderung des Zündpunktes mit sich bringt. Wegen des geringen Heizwertes müssen die Vergaser neu eingestellt werden. Dies führt nach Aussage der Fahrzeughersteller außerdem zu einem Kraftstoffmehrverbrauch von knapp 3 Prozent.

In den USA und in Südamerika wird dem Kraftstoff bereits Bioethanol beigemischt. Es sind noch keine Probleme bekannt geworden.

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Dr. Lutz Guderjahn, COO der CropEnergies AG, Mannheim: "Die Vorteile von Bioethanol als Kraftstoff sind heute wichtiger denn je. Eine größere Unabhängigkeit von Energieimporten sowie die Verringerung von CO2-Emissionen stehen hierbei im Vordergrund. Wir bedauern, dass die geplante Erhöhung des erlaubten Bioethanolanteils in Benzin aufgrund möglicher technischer Probleme bei manchen Fahrzeugen zurzeit nicht möglich erscheint." CropEnergies geht aber davon aus, dass im Rahmen der europäischen Gesetzesinitiative zur Änderung der aktuellen Kraftstoffqualitätsrichtlinie eine Erweiterung der erlaubten Beimischungsgrenzen für Bioethanol zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen wird.









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