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Vorsicht beim Oldtimerkauf im Internet




17.02.2009   Autor: Adrien Duncan

Wer regelmäßig das Oldtimer-Angebot auf Internet-Verkaufs-Plattformen wie beispielsweise mobile.de, autoscout24.de oder ebay durchforstet, stößt immer wieder auf außergewöhnliche Inserate. Doch es ist absolut Vorsicht geboten, auch wenn das Herz Kapriolen schlägt, weil der Traum-Oldtimer so günstig erscheint. Gerissene Betrüger haben inzwischen Oldtimer und Youngtimer -Liebhaber als neue Zielgruppe für sich entdeckt.

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Beispiel 1
Ein Mercedes 170 Baujahr 1953 wird vom Eigentümer bei Autoscout angeboten. Preis 27.500,00 Euro. Das Auto wird verkauft. In einem Internet-Forum wird kurz darauf diskutiert, dass bei ebay ein gleicher MB 170 für schlappe 11.670 Euro verkauft wurde. Der 170er-Oldtimer-Freund von Autoscout ist völlig überrascht, denn die Bilder des Ebay-Schnäppchens zeigen seinen verkauften Mercedes 170 S. Der Anbieter aus Dresden hatte die Bilder als Kaufinteressent bekommen. Er wird abgemahnt und das Angebot verschwindet bei ebay. Dafür taucht es auf seinem Händler-Account bei mobile.de auf und ist auf Nachfrage immer noch zu haben.

Beispiel 2
Abgebildet ist eine Mercedes Pagode, Aussenfarbe dunkelrot, Schaltgetriebe, 80.000 Kilometer, 175KW/170PS. Preis: 8700 Euro. Gefunden bei Autoscout. Standort des Fahrzeuges: Deutschland. Stadt: Verin / Ourense. Telefon-Nummer des Anbieters: Vorwahl für Spanien. Bei der Autobeschreibung steht - auf Spanisch - dass es sich um ein Cabrio-Dach handelt, das auf ein W240 oder 280 passen soll. Kontakt bitte über E-Mail. Mail-Anfragen werden nicht beantwortet.

Beispiel 3
Noch dreister ist das Angebot für einen Messerschmitt Kabinenroller und eine BMW Isetta für sagenhafte 9999 Euro. Erstzulassung 07/1999. (!) Die Telefon-Nummer in Österreich, Standort angeblich in 63933 Mönchberg, Deutschland. Dasselbe Bild und der Text "Beide super restauriert, fahrbereit, stammen aus den 50er Jahren" mit einem anderen Standort - diesmal Rosenheim - findet sich zeitgleich unter www.quoka.de. Auf die Anfrage, ob die Fahrzeuge zu besichtigen sind, bekommen wir ein freundliches: "selbstverständlich!! Aber vorher kontaktieren die Tel.Nr. in Österreich. Gruss"

Wie AutoBild berichtete, werden Verkaufsanzeigen von Kriminellen kopiert und bei seriösen Online-Portalen platziert. Von den Interessenten wird der Kaufpreis per Überweisung an einen Treuhänder verlangt. Um Vertrauen zu erwecken, wird dabei oft mit modifizierten Logos seriöser Anbieter gearbeitet. Auf diese Weise wird für ein Auto, das der Betrüger überhaupt nicht besitzt, gleich mehrfach kassiert.



Die wichtigsten Tipps zum sicheren Kauf

1.Erst informieren, dann kaufen
Martin Stromberg, Olditax Deutschland: "Schnelles Schnäppchen im Internet - so kauft man keinen Oldtimer. Wer im Internet einen Oldtimer entdeckt, sollte erst einmal über die Markenclubs Informationen einholen. Meist wird dort sogar eine Kaufberatung angeboten, die auch die möglichen Schwachstellen eines Models aufzeigt. Zum Oldtimerkauf empfiehlt sich außerdem das Sonderheft der AutoBild Klassik, mit Zahlen aus dem, was für Oldtimer gezahlt worden ist, nicht aus dem, was gewünscht wird."

2.Nehmen Sie sich Zeit
Auch wenn es gegen das Schnäppchen-Glücksgefühl spricht. Lassen sie sich Zeit.
Manfred Groß Oldtimer-Experte vom ADAC: "Ein Jahr sollten sich Unerfahrene mindestens Zeit nehmen, um den Markt zu sondieren."

3.Begutachtung ist unumgänglich
Martin Halder, Meilenwerk: "Das Internet ist eine interessante Informationsquelle, die auch im Oldtimerbereich einen breiten Marktüberblick bietet. Nichts anderes, als das bisher Print gemacht hat, aber mit der Möglichkeit das Fahrzeug umfänglicher zu präsentieren. Mein Rat: Kontakt übers Internet ja, Preisüberblick im Internet ja, aber um gut zu kaufen bleibt nur eines: den Blaumann anzuziehen und unters Auto zu kriechen. Eine Begutachtung mit einem Fachmann muss sein. Neueinsteiger sind im Internet besonders stark gefährdet und selbst Profis haben manchmal keine Vorstellungen davon, dass speziell bei Auktionen irgend etwas versteigert wird und damit das komplette Geld aufs Spiel gesetzt wird."

4.Geld gegen Ware
ADAC-Sprecherin Maxi Hartung: "Beim Autokauf von privat sollte man grundsätzlich keine Zahlungen leisten, ohne zeitgleich die Ware zu erhalten."

5.Fünf Punkte, die Sie bei Anzeigen skeptisch machen sollten
1.Standort und Telefonnummer stimmen nicht überein
2.Das Fahrzeug wird auch auf anderen Börsen angeboten
3.Der Verkäufer ist nur über eine ausländische Telefon Nummer erreichbar
4.Das Fahrzeug ist noch nicht zu besichtigen, weil ...
5.Der Verkäufer will nur Kontakt per Mail.


Hilfreiche Links:
Initiative Sicherer Autokauf von ADAC, autoscout24, mobile.de und polizei-beratung.de
www.sicherer-autokauf.de

Sammlung bekannter falscher Websites
escrow-fraud.com/index.php?page=gallery



Das Europäisches Verbraucherzentrum Kiel schreibt zum Thema Treuhandservice:

Western Union
Bei Western Union handelt es sich um einen schnellen, weltweiten Bargeld-Transfer. Dieser eignet sich hervorragend, um beispielsweise im Ausland in finanzielle Not geratene Familienangehörige oder gute Freunde innerhalb kürzester Zeit mit Bargeld zu versorgen. Von der Überweisung per Western Union an unbekannte Empfänger, ist jedoch dringend abzuraten. Ist das Geld einmal ausgezahlt, verlieren sich die Spuren. Die Chancen, die Betrüger ausfindig zu machen sind gleich null. Reisebank und Western Union weisen außerdem auf ihrer Internetseite darauf hin, dass Informationen, nach denen es sich bei Western Union um einen Treuhandservice handle, schlichtweg falsch sind.

Kein Einzelfall
Nicht nur beim Autokauf ist der Betrug mit Transaktionen über Western Union derzeit ein Thema. Auch beim Online-Auktionshaus Ebay fordern Verkäufer immer wieder Kaufpreiszahlungen per Western Union. Auch hier sollten Käufer vom Angebot Abstand nehmen und sich nicht von einer Vielzahl positiver Bewertungen des Verkäufers täuschen lassen. Diese werden vom Verkäufer in der Regel zunächst - meist unter falschem Namen - über den Verkauf von Billigwaren gesammelt.
Wer bei ebay teure Waren erwirbt sollte den ebay-Treuhandservice verwenden. Bei anderen Online-Geschäften, bei denen sich Vorkasse nicht vermeiden lässt, ist nur ein anerkannter Treuhandservice wie z.B. Escrow Europa Srl zu empfehlen. Käufer sollten sich vom Verkäufer das Treuhandunternehmen keinesfalls vorschreiben lassen. Und auch hinter einer professionell gestalteten und vertrauenswürdig wirkenden Internetseite muss nicht ein seriöser Anbieter stecken.
Link: www.evz.de



Die Polizei Bayern dazu:

Betrug beim Verkauf eines Pkw mittels manipulierter Webseiten
Die Täter bieten hierbei stets bei bekannten Internetplattformen hochwertige Kfz weit unter dem regulären Marktpreis an. Interessenten wird nun vorgeschlagen, das Geschäft über einen angeblich sicheren Treuhandservice der besagten Firmen oder über ein angeblich seriöses Transportunternehmen abzuwickeln. Tatsächlich bieten beide Unternehmen jedoch weder Treuhandservice an, noch existieren die Transportunternehmen. Um die Geschädigten zu täuschen, setzen die Täter nun professionell programmierte und gestaltete Webseiten ins Internet, auf denen sich die Geschädigten zum Teil sogar registrieren bzw. einloggen können. Auf den Webseiten werden Logos der besagten Internetplattformen platziert - die Aufmachung ist von einem Laien nicht von der regulären Internetseite zu unterscheiden. Zudem nutzen die Täter stets Domains, welche auf den ersten Blick auch seriös wirken, wie z.B. www.zahlungen-mobile.com. Das Geld soll nun an den angeblichen Treuhandservice bzw. an das angebliche Transportunternehmen gezahlt werden. Ein Großteil der Transaktionen wird hierbei über ein Bargeldtransferunternehmen wie z.B. "Western Union" abgewickelt. Weitere Transaktionen erfolgen via Auslandsüberweisungen auf verschiedene Konten. Nach dem Geldtransfer bricht der Kontakt zu den Geschädigten ab.

Betrug beim Verkauf eines Pkw mittels Selbstzahlertrick
Die Täter ermuntern die Geschädigten, mit einem Bargeldtransferunternehmen (Western Union) den Betrag oder eine Anzahlung für den Kauf eines Pkw im Internet auf den eigenen Namen oder den Namen eines Bekannten ins Ausland zu überweisen. Sie täuschen damit vor, dass nur das Opfer das Geld im Ausland bei dem Geldinstitut entgegennehmen kann. In Wirklichkeit fälschen die Täter entsprechende Identitätspapiere und nehmen den Geldbetrag im Ausland im Empfang. Zu einem Verkauf des angeblich existierenden Fahrzeuges kommt es nicht.

Betrug beim Kauf von Fahrzeugen mit gefälschten Schecks
Die Täter akzeptieren den Preis eines Fahrzeuges, das zum Verkauf im Internet angeboten wird, sofort und übersenden einen (möglicherweise sogar gefälschten) Scheck, der einen überhöhten Betrag ausweist. Anschließend bitten sie, den Scheck einzulösen und den Überzahlbetrag mit Bargeldtransfer ins Ausland zu überweisen. Bei der Überprüfung der Schecks - eine mehrwöchige Überprüfungsdauer ist im Auslandszahlungsverkehr üblich - stellt es sich heraus, dass der Scheck wertlos (gefälscht, verfälscht oder gestohlen) ist.

Betrug mit Vermittlungsgebühren
Nachdem ein Autobesitzer seinen Pkw auf einer Internetplattform anbot, erhielt er eine SMS, in der vorgegeben wurde, ein Käufer sei gefunden. Bei einem Rückruf bei einer Telefonnummer, die mit 0180- begann, bekam der Verkäufer von einem Call-Center die Antwort, diese sei richtig und in Kürze erhalte er weitere Infos per Post. Diese kam auch, aber nicht mit dem gewünschten Inhalt. Vielmehr wurde er aufgefordert, "die vereinbarte Vermittlungsgebühr in Höhe von 116.-Euro" auf eine Konto bei einer spanischen Bank zu überweisen. Diese Betrugsform wurde bereits mehrfach angezeigt, zahlreiche Net-Portale warnen schon vor dieser Masche.

Die Polizei aus Hof berichtet aktuell von der sogenannten "Nigeria Connection".
Ein Mann bot sein Gebrauchtfahrzeug im Internet um 4.500 Euro an. Ein Käufer aus England übersandte prompt einen Scheck über 10.000 Euro. Dem Verkäufer kamen Zweifel und er machte das Geschäft rückgängig. In einer letzten E-Mail des Käufers forderte er den Verkäufer auf, den Scheck doch einzulösen, 15 Prozent zu behalten und den Restbetrag zurück zu überweisen. Darauf fiel der Verkäufer nicht herein. Der Scheck war gefälscht. Ihm wäre ein Schaden von 8.500 Euro entstanden.

www.polizei.bayern.de










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