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Seattle/Paris


Oldtimer- Staatsschatz ist auf dem Heimweg nach Frankreich



11. Februar 2009     Autor: Adrien Duncan

Die Freude über den Oldtimer währte nur vier Jahre. Charles Morse hatte sich auf der Retro Mobile 2005 in Paris einen Turcat-Méry Baujahr 1919 gekauft und in die USA gebracht. Was er nicht wusste: Der Wagen stand seit 1991 auf der Liste der "Automobilen Staatsschätze Frankreichs" mit der Bemerkung: Letzter Verkauf 1997. Standort unbekannt.
Das blieb so für zehn Jahre. Unterdessen stellte der ahnungslose Charles Morse seinen wertvollen Wagen stolz auf dem weltberühmten Oldtimer-Event in Pebble Beach Concours d’Elegance aus und kassierte die Honeurs in der Sparte "Unrestaurierte Vorkriegsfahrzeuge".

Im März 2007 brachte Francine Mariani-Ducray, Chefin des Ministère de la Culture et de la Communication Direction des Musées de France den Stein eher zufällig ins Rollen und schon im Februar 2008 wurden die Franzosen bei den US Zoll-Behörden vorstellig: die Aus- bzw Einfuhr des französischen Wagens sei illegal. Der Staatsschatz wurde zurück verlangt.

Turcat Mary
Turcat Mary

Ursprünglich sollte der Oldtimer vom Zoll beschlagnahmt werden, da beim Import nach Amerika das Herkunftsland durch den belgischen Verkäufer und der Preis des Fahrzeugs nicht korrekt angegeben worden waren. Dagegen klagte Morse, lehnte aber nie ab, den Wagen nach Frankreich zurück zu schicken. Er wünschte jedoch die 927,518 Dollar zurück, die er für den Wagen bezahlt hatte.

Im Amtsgericht von Seattle wurde nun am vergangenen Dienstag entschieden, dass der Turcat-Méry, der einst für den Duc de Montpensier gebaut wurde, im Besitz von Charles Morse bleibt. Schon in der Nacht von Mittwoch soll der Turcat-Méry - so die Tageszeitung Seattle Post Intelligencer - per Luftfracht auf große Reise gehen; zurück nach Frankreich, wo ihn Morse wieder verkaufen will.

In der Abfindungsvereinbarung erklärte Eigentümer Morse "ihm sei an der außergerichtlichen Einigung gelegen in Anbetracht des historischen Gewichts das dieses Fahrzeuges für die französische Automobil-Historie hat." Morse kommt für die Rückführungskosten auf und hofft den Wagen noch auf der laufenden Retro Mobile" (bis 15. Februar) verkaufen zu können. Morse verpflichtete sich außerdem, den potentiellen Käufer davon zu unterrichten, dass der Wagen als französischer Staatsschatz gilt und nur mit der Genehmigung der französischen Regierung exportiert werden darf.
US Richter Rich Cohen: "Es gab immer die Absicht den Wagen nach Frankreich zurück zu geben." Zoll-Special Agent Leigh Winchell: "Es handelt sich um ein historisches Kulturgut und die Ausfuhr aus Frankreich war illegal. Unsere Zollbehörden werden auch künftig eng mit anderen Ländern zusammenarbeiten, um sicher zu stellen, dass die Kulturgüter eines Landes nicht an den Höchstbietenden gehen."

Quelle: http://seattlepi.nwsource.com

Turcat Mary
Turcat Mary









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