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Paris Bonhams Auktion


Scheunenfund Bugatti Atlante soll Höchstpreise erzielen





Aus den goldenen 30ern stammt der zur Zeit meist diskutierte Scheunenfund. Der Bugatti 57S Atlante, der in Paris versteigert wird, ist einer von 17 jemals gebauten Fahrzeugen seiner Art. Fünfzehn blieben erhalten, vier davon stehen im Elsaß im Musee Nationale de L’Automobile in Mulhouse, alle anderen sind in privatem Besitz.

James Knight, Chef der Motor-Abteilung des Auktionshauses Bonhams und eine Hand voll Verschwiegener wussten über den Verbleib des wertvollen Stückes, denn Carr hatte das Fahrzeug 1955 für 895  Pfund, das entspricht heute einem Wert von 15.500 Pfund (ca 16.250 Euro) gekauft.

Der Arzt und seine Sammelleidenschaft

Der Neffe des ehemaligen Besitzers, ein Ingenieur aus Gosforth, Newcastle, sagte: "Wir wussten, dass unser Onkel einige Autos hatte, aber niemand von uns hatte eine Ahnung, was es war." Neben dem Bugatti Atlante gab es einen Aston Martin, der bereits verkauft ist und einen Jaguar E-Type der nur noch entsorgt werden konnte.

Dr. Carr, der vor seiner Pensionierung Orthopäde war, wird als öffentlichkeitsscheuer Mann beschrieben, der unverheiratet und kinderlos geblieben war. Er starb 2007 im hohen Alter von 89 Jahren. Nie hat er auf die zahlreichen Anfragen reagiert, die ihn zum Verkauf des Fahrzeuges bewegen wollten, wie jetzt bei der Haushaltsauflösung anhand der gefundenen Briefe heraus kam. Dr. Carr sammelte alles. Sein Haus war überfüllt mit medizinischen Gerätschaften, Dyalyse-Maschinen und anderen Dingen, die er bei Krankenhausauflösungen ergatterte, reparierte und nach Afrika schickte. Seit 18 Monaten räumen die acht Erben nun auf. Sie fanden außerdem 1500 Bierkrügen aus Steingut, tausende von Rezepten und sogar eine Spionage Drohne aus dem 2. Weltkrieg.



Die Geschichte des Fahrzeugs

Der Bugatti Typ 57S, Chassis nr. 57502, wurde am 5. Mai 1937 im Bugatti Werk fertig gestellt, als Sport-Zweisitzer mit einer Atlante Karosserie. Bestellt hatte ihn - und das macht den Wagen heute um einiges wertvoller - der erste Präsident des BRDC (British Racing Driver’s Club) Earl Howe über den Bugatti Agenten in Großbritannien, Sorel of London. Howe verband eine lange gemeinsame Zeit mit Ettore Bugatti und seinen Fahrzeugen, der auch eine tiefe Freundschfat mit Ettore und seinem Sohn Jean durch die Grand Prix Rennen zu Grunde lag.

Am 9. Juni 1937 bekam der Earl seinen Bugatti ausgeliefert und behielt ihn für acht Jahre. Er veränderte das Fahrzeug leicht nach eigenen Wünschen, fügte Stoßfänger hinzu, Rückspiegel auf den A-Säulen und einen Gepäckträger. Während Earl Howe im 2. Weltkrieg bei der Navy diente, stand das Fahrzeug still.

1947 wurde der Wagen an Mr. J.P. Tingay verkauft, der ihn zum Supercar aufrüstete, in dem er einen Marshall K200 Kompressor einbauen ließ - in Ermangelung eines Bentley Blower Motors so kurz nach dem Krieg.

1950 wechselte der Wagen wieder seinen Besitzer. Mr. M.H. Ferguson verkaufte ihn 1954 in die Lord Ridley Collection. 1955 kaufte ihn dann Dr. Harold Carr und fuhr ihn auch für ein paar Jahre, bevor er ihn in der Garage abstellte. Die letzte Steuerplakette ist im Jahr 1960 abgelaufen. Seitdem stand der Wagen unberührt in der Scheune. Der Sportwagen hat nur 42.300 Kilometer auf dem Buckel.

James Knight, Bonhams: "Der Atlante ist in einem unbeschreiblich guten Zustand. Es bedarf einer Restauration im eigentlichen Sinn des Wortes Restauration. Im Inneren kann das komplette Equipment aufgearbeitet und koserviert werden, um möglichst viel Originalität zu erhalten. Ein wirklich lohnenswertes Projekt für den neuen Besitzer, der sich in die Reihe bemerkenswerter Besitzer einreihen wird, um diesen besonderen Wagen wieder zum Leben zu erwecken."

Bei den großen Sammlern sind solche Fahrzeuge begehrt. Die Leidenschaft einen Bugatti Atlante 57 zu besitzen teilen sich einst der legendäre Rennfahrer Malcolm Campbell, später einmal Schauspieler Nicolas Cage und bis heute Mode-Millionär Ralph Lauren.

Der derzeitige Auktionsrekord von 4,7 Millionen Pfund wurde 1987 in London für einen Bugatti 1931 Royale bezahlt. Es wird erwartet, dass der Bugatti Atlante 57S für mindestens 3,2 Mio Euro verkauft wird.

Die Historie der Bugattis 57S

Zwei Jahre nach der Einführung des atemberaubenden Meisterstückes Bugatti 1930, bekam das Model seine endgültige Form als "S" oder "Competition Model". Durch die effizientere Ausführung und den verlagerten Schwerpunkt, der durch die Verschiebung der Hinterachse durch die Karosserie entstand, entstand ein Sportwagen durch und durch. Ein aerodynamisches Design, das man bis dahin noch nie gesehen hatte.

Am bekanntesten ist das Atlantic Coupé, eine Form, in der das Model auch auf dem Pariser Autosalon 1935 debutierte. Weitere Verfeinerungen wurden vorgenommen, bevor im September des folgenden Jahres das erste "S" Model die Fabrik verließ. Im Mai 1937, als die Karosserie Nummer 57502 ausgeliefert wurde, konnte die Firma auf eine ganze Reihe von internationalen Geschwindigkeitsrekorden und Grand Prix-Gewinne zurückblicken. Und obendrein gab es den Le Mans Sieg am Ende des Jahres.

Historiker sprechen von sechs Renn- oder Prototypen, die vor der Produktion des 57S gebaut wurden. Und obwohl in der Zwischenzeit drei Jahre vergingen wurden nur 17 weitere Atlante gebaut. Die stromlinienförmig gebaute Atlantic wurde vorsichtig verwandelt in ein anmutiges Coupé mit dem davon abgeleiteten Namen Atlante.

Technische Daten und Fotos Bugatti Atlante 57

http://www.der-oldtimer-guide.com/oldtimer/DE/oldtimer/index.php?Seite=25








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